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Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam

Eine rundum vollgepackte Freundschaftswoche

Deutsch-Französische Gesellschaft Premnitz hatte Gruppe aus Valleé de Seine zu Gast

PREMNITZ - 15 Jahre ist es nun her, dass in Premnitz die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) gegründet worden ist. Premnitzer Delegationen fahren regelmäßig nach Frankreich und alle drei Jahre kommt mittlerweile eine Reisegruppe aus der Partnerregion Valleé de Seine in die kleine Industriestadt an der Havel. Ob es wohl das Jubiläumsjahr war, das die Premnitzer Organisatoren so sehr beschwingte, dass sie ihren Gästen diesmal eine mit Programmpunkten vollgestopfte Freundschaftswoche bescherten?

Nach der Ankunft am Sonntagabend gab es am Montag gleich nach der Begrüßung durch Bürgermeister Roy Wallenta eine Gedenkminute am Ehrenmal des Widerstandes gegen den Faschismus an der Thälmannstraße. Ein solches Gedenken stehe auch in Frankreich stets am Beginn eines Besuches, hat Wolfgang Hundt, Vorsitzender der Premnitzer Freundschaftsgesellschaft, es dieser Zeitung berichtet. Noch am gleichen Tag gab es einen Besuch in Rathenow, natürlich mit Visite in der Sankt-Marien- Andreas - Kirche. Einen Tag ging es nach Potsdam, zum Programm gehörten Sanssouci, das Neue Palais und das Holländerviertel. Ein Tag war mit einer Fahrt nach Rostock und Warnemünde gefüllt. Am Tag danach ging es nach Schloss Ribbeck und zur Lady Agnes nach Stölln. Eine französische Gruppe hatte beim Besuch dort im Jahr 2009 eine DVD mit dem Film über die Landung des Flugzeugs mitgenommen, und die diesjährige Gruppe brachte die DVD mit Erläuterungen in französischer Sprache als Gastgeschenk mit.

Einen Tag ging es nach Rheinsberg. Zum Programm in dieser Region gehörte auch ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück. Als sie am vorletzten Tag nach Havelberg zu einem Orgelkonzert im Dom fuhren, wurde den Beteiligten plötzlich schlagartig klar, dass der Nachmittag eigentlich im ganzen Besuchsprogramm der einzige Abschnitt war, für den „Freizeit und Einkäufe“ im Terminplan stand. Emotional besonders aufwühlend war der Besuch der 81-jährigen Französin Marie-Jeanne Piednoel bei den 9. Klassen der Premnitzer Oberschule. Ihr Vater und ihr ältester Bruder, die einst zur Widerstandsorganisation Resistance gehörten, waren im Zweiten Weltkrieg von den Nazis verschleppt worden. Ihr Vater wurde im KZ Auschwitz umgebracht und von ihrem Bruder fehlt jede Spur. Es wurde vereinbart, dass Premnitzer Schüler mit einer französischen Schulklasse der Partnerregion in der Jugendbegegnungsstätte der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ein gemeinsames Projekt bearbeiten.

Im Rahmen des Besuchsprogramms wurde auch vereinbart, dass 2013 zwei französische Maler in Rathenow ausstellen und dass zwei Köche des Restaurants „Zum Alten Hafen“ in Frankreich einen deutschen Abend gestalten. Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Premnitz sind zu einem Feuerwehr-Kongress im französischen Lillebonne eingeladen.

Wolfgang Hundt befand gestern, dass der Besuch der Gäste aus Frankreich so ereignisreich und berührend war, dass er es gar nicht in Worte fassen könne. Jeden Tag bekomme er mehrere E-Mails aus der Partnerregion, in denen sich die Franzosen sehr herzlich für die Aufnahme und das Programm ihrer Partnerstadt Premnitz bedanken.

(Von Bernd Geske)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Komplizierte Bergung

Bauarbeiter durch abgestürztes Kranteil eingeklemmt / Höhenrettung im Einsatz

FALKENSEE - Es war kurz vor acht. Der Arbeitstag hatte für die Bauleute, die an der Falkenseer Gluckallee ein neues Eigenheim errichten, gerade erst begonnen, als sich ein schwerer Unfall ereignete. Beim Ausfahren des Ladekrans eines Lastwagens, der Steine angeliefert hatte, löste sich plötzlich der Kranausleger und stürzte mit der vollen Wucht seiner zwei Tonnen und den Steinen auf die Rüstung. Ein 48-jähriger Arbeiter aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz wurde zwischen Kranteil und Rüstung eingeklemmt – und das in fünf Metern Höhe.

Um ihn befreien zu können, bedurfte es der Unterstützung der Berliner Feuerwehr – eines Spezialkranwagens aus Charlottenburg und der Höhenrettungsgruppe aus Marzahn. Eine Stunde brauchte der Kranwagen, bevor er am Unfallort eintraf, eine weitere, bis der Mann befreit war. Bis dahin voll bei Bewusstsein, wurde der Verunglückte im Augenblick der Bergung ohnmächtig. Es kam zum Herzstillstand. Den Rettungskräften gelang es, den Mann wiederzubeleben. Er wurde mit schwersten Verletzungen von einem Rettungshubschrauber ins Berliner Unfallklinikum geflogen.

Während der langwierigen Aktion hatten Rettungshelfer und Notarzt den Verunglückten versorgt, während die Falkenseer Feuerwehr die Retter und die eigenen Leute sicherte, „und das auf einem freischwebenden Gerüst“, sagte Stadtbrandmeister Daniel Brose, für den dieser Einsatz in jeder Hinsicht außergewöhnlich war. „Wir kamen mit unserer Technik einfach nicht ran, da musste ein großer Kran her“, sagte Brose. Einsätze wie dieser seien „normalerweise so unwahrscheinlich wie ein Tsunami in der Havel“. Was zum Absturz des Kranteils geführt hatte, ist noch unklar. Unmittelbar nach Alarmierung der Feuerwehr waren auch der Bürgermeister und ein Vertreter vom Amt für Arbeitsschutz zur Unglückstelle gekommen. Die Polizei ermittelt nun wegen Baugefährdung in Verbindung mit fahrlässiger Körperverletzung. In Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Potsdam wird ein Gutachter den Unfallort genaustens unter die Lupe nehmen.

(Von Hiltrud Müller)

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Ein Mekka für Ornithologen

Die Große Grabenniederung lockt Vogelkundler von weit her ins Westhavelland

PAREY - Wenn es um die interessantesten Naturregionen im Westhavelland geht, fallen meist zwei Namen: die Trappenbalzplätze bei Buckow und der Gülper See, an dem sich im Herbst viele Gänse und Kraniche sammeln. Ein dritter Ort, der zumindest in Fachkreisen deutschlandweit ebenso bekannt ist, wird im Westhavelland selbst noch nicht als die ganz große Attraktion wahrgenommen: die Große Grabenniederung, die sich grob gesagt zwischen Parey und Hohennauen, Rhinow und dem Gülper See erstreckt.

„In diesem Jahr waren bislang besonders viele Touristen da“, hat Naturparkchefin Kordula Isermann beobachtet. Das mag zum einem an ein paar Raritäten gelegen haben, die in der Grabenniederung gesichtet wurden: ein Steinadler, ein Stelzenläufer und ein seltener Ibis. So was spricht sich schnell rum in Vogelkundlerkreisen. Und um sich die vage Möglichkeit nicht entgehen zu lassen, einen der raren Vögel zu sehen, nimmt mancher Ornithologe gerne eine mehrstündige Autofahrt in Kauf.

Es kommen aber nicht nur die absoluten Experten, sondern auch die „normalen“ Touristen, die gerne in der Natur sind und sich die Vögel, die sie dabei sehen gerne mit der Hilfe von Ferngläsern oder Spektiven näher heranzoomen. Bester Ort dafür in der Grabenniederung ist der Aussichtsturm, den man nicht verfehlen kann, wenn man auf dem Plattenweg von Parey aus in Richtung Gülpe fährt. „Die beste Beobachtungszeit ist eigentlich schon vorbei“, sagt Kordula Isermann. Im April, wenn der Vogelzug in vollem Gange ist und die Wiesen ringsum unter Wasser stehen kann man von dort aus hunderte Enten und andere Wasservögel von bestimmt zwei Dutzend verschiedener Arten beobachten. Aber auch im fortgeschrittenen Frühjahr lohnt ein Besuch.

In schönster Frühabend-stimmung konnte man auf dem Graben und den angrenzenden nassen und trockenen Wiesen immerhin Kiebitze, Höckerschwäne, Graugänse, Silberreiher, Graureiher, verschiedene Entenarten und mehrere Kraniche beobachten. Ein kleines Fernglas leistet dabei bereits beste Dienste.

Wer es mit dem Vögel beobachten noch ernster meint, greift gleich zum Spektiv. Wie der Hobby-Ornithologe aus dem Havelland, der schon einige Zeit auf dem Turm sitzt. Von März bis Oktober schaut er mindestens ein Mal in der Woche dort vorbei, sagt er. Auf besondere Arten hat er es dabei nicht abgesehen. Er genießt die Ruhe und die Natur, die man vom Turm bequem überblicken kann.

Wenig später kommt noch ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden die Leiter heraufgeklettert, ebenfalls mit Spektiven bewaffnet. Auch sie kommen regelmäßig ins Havelland. Vor allem der Vögel wegen. Die Balz der Großtrappen haben sie sich bereits vor zwei Jahren angesehen. Diesmal wollen sie sich vor allem Wiesenbrüter und Wasservögel ansehen. Auch sie schwärmen von der besonderen Ruhe, die man in der Region noch findet.

(Von Ralf Stork)

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Unfall: Vollsperrung am Dreieck Havelland

HAVELLAND - Mit Schnittwunden musste gestern früh ein 22-jähriger Lkw-Fahrer in die Nauener Klinik eingeliefert werden. Er war um 3.10 Uhr auf der Autobahn am Dreieck Havelland mit seiner Sattelzugmaschine verunglückt. Die Folgen des Unfalls waren den ganzen Tag über spürbar: Es gab bis in die Abendstunden Staus und Umleitungen, weil sich die Bergung des Lastkraftwagens hinzog.

Der Lkw befand sich morgens auf der Überfahrt vom westlichen Berliner Ring zur A 24, als ein Vorderreifen platzte. Der Truck, der mit sieben Tonnen Schafspelz beladen war, kam links von der Fahrbahn ab, durchbrach die Schutzplanke und kippte auf die linke Seite. Der verletzte Fahrer konnte schnell geborgen werden.

Auch die Brieselanger Feuerwehr rückte mit 15 Leuten aus, um den Unfallort zu sichern, wie Wehrführer Marco Robitzsch berichtete. Die Brieselanger dichteten unter anderem Tanks ab, aus denen Diesel auslief. Die Bergungsarbeiten dauerten den ganzen Tag. Erst mussten die Schafspelze umgeladen werden, später der umgestürzte Lastkraftwagen mit einem Kran aufgerichtet werden. Anfangs wurde der Verkehr rechts an der Unfallstelle vorbeigeführt, später war die Tangente zur A 24 für Stunden voll gesperrt. Autos, die vom westlichen Berliner Ring in Richtung Dreieck Havelland unterwegs waren, standen im Stau, der zeitweise bis zur Abfahrt Spandau reichte. Umleitungen führten über die B 273 und die B 5.

(Von Anke Fiebranz)

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Schlappe Blätter – üppiges Grün

Durstige Bäume und ungemähte Grünflächen beschäftigen das Sorgentelefons

RATHENOW - Heiß, heißer am heißesten. Der Mai scheint gerade sämtliche Temperaturrekorde zu brechen. Nicht nur wir Menschen haben bei Temperaturen um 30 Grad einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Auch die Bäume dürstet es da nach zusätzlichem Wasser. Eine Anruferin des Sorgentelefons sorgt sich nun um die Gesundheit der frisch gepflanzten Bäumchen am Märkischen Platz. Seit Tagen schon – hat sie beobachtet – lassen die ganz schlapp die Blätter hängen. Gerade die frisch gepflanzten Bäume würden unter der Hitze besonders leiden und müssten dementsprechend häufiger, am besten täglich, gegossen werden, findet sie.

„Die Bäume am Märkischen Platz werden von der Gartenbaufirma gegossen, die sie auch gepflanzt hat“, sagt Stadtsprecher Jörg Zietemann. Nach Informationen des Citymanagers seien die Bäume in den vergangenen Wochen mehrfach gegossen worden. „Die Firma kommt ihren Pflichten nach“, so der Stadtsprecher. Er gehe davon aus, dass der Betrieb wisse, wieviel Wasser die Bäume brauchen. „Falls in den nächsten Wochen doch einer der Bäume eingehen sollte, muss der von der beauftragten Firma ersetzt werden. Die übrigen Bäume in der Innenstadt werden bei der gegenwärtigen Hitze häufiger als sonst gegossen. „Unsere Wassertankwagen sind jetzt verstärkt unterwegs“, so Zietemann.

Ein Anrufer aus Premnitz ist mit dem Zustand der kleinen Grünfläche zwischen Bootshafen und Erich-Weinert-Straße unzufrieden. Das Unkraut steht hoch und überhaupt wurde die Fläche seit Jahren nicht mehr gepflegt.

Premnitz Bürgermeister Roy Wallenta hat für den Anrufer eine schlechte und eine gute Nachricht. Die schlechte zuerst: In den kommenden Monaten wird sich an dem Zustand nichts Grundlegendes ändern. Die gute Nachricht: „Die Grünfläche gehört zum Buga-Gelände. Gerade wird ein Plan für die Neugestaltung erarbeitet“, sagt Wallenta. Spätestens in drei Jahren wird sich der kleine Park also in einem noch schöneren Gewand als jemals präsentieren.

Mehrere Bürger klagen über das üppig sprießende Grün unter anderem in der Parkstraße, der Friedrich-Wolf-Straße und in der Schopenhauerstraße.

Die Stadt verspricht, dort so schnell es geht wieder für Ordnung zu sorgen. Zum Teil könne das allerdings bis zu zwei Wochen dauern.

Außerdem: Eine Rathenowerin will wissen, ob nach den Bauarbeiten die Uhr vor der Post wieder aufgestellt werden soll. „Die Uhr wird gerade aufgearbeitet, wird aber später auf den Platz zurückkehren“, sagt Zietemann.

Wegen der Innenstadtbaustelle kann in der Großen Hagenstraße nur noch auf einer Seite geparkt werden. Wegen der Straßenreinigung fallen jeweils montags dort weitere Parkflächen weg. Ein Bürger fragt nun, ob man in der Zeit der Straßenreinigung nicht wie in der Stendaler Straße auf der anderen Straßenseite parken könnte. „Das ist durchaus denkbar“, sagt Zietemann.

Ein Anrufer aus der Kopernikusstraße klagt über den schlechten Straßenzustand und Lkw-Lärm. Am liebsten hätte er ein Tempolimit von zehn Stundenkilometern. „Uns sind die Probleme durchaus bekannt, eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung wird es aber nicht geben“, so der Stadtsprecher. Noch ist auch nicht absehbar, wann der Straßenbelag erneuert werden kann.

An der Alten Stadtmauer vor dem Mühlentor bröckeln Steine. Die Stadt verspricht, sich der Sache anzunehmen.

(Von Ralf Stork)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Marina Ringel bringt Olaf Berger mit

Am Pfingstmontag ist wieder Schlagerparty im Optikpark / Auch ein Rathenower Talent betritt die Bühne

RATHENOW - Zum Pfingstmontag, das ist inzwischen Tradition, übernimmt Antenne Brandenburg das Programm im Optikpark Rathenow. Seit einigen Jahren schon wird zu diesem Termin eine Schlagerparty veranstaltet. Das soll auch am kommenden Montag, 28. Mai ab 14.30 Uhr so sein. Das Programm wird von Marina Ringel moderiert. Antenne Brandenburg möchte sich bei seinen Rathenower Hörerinnen und Hörern bedanken. Deshalb lautet die Devise: Eintritt frei für das Konzert im Mühlenhof! Der Parkeintritt wird ab dem Zugang Schubleichter und an Tor 1 (Schwedendamm) erhoben.

Zu den Stars, die am Pfingstmontag auftreten, gehört Olaf Berger. Den entscheidenden Meilenstein auf dem Karriereweg des gebürtigen Dresdners markiert die Begegnung mit dem Berliner Produzenten und Komponisten Jack White im Jahr 1993. Der nahm Berger unter Vertrag. Olaf Berger entstammt einer Musikerfamilie. Sein Auftritt beim DDR-Nachwuchswettbewerb „Goldener Rathausmann“ brachte seinen Traum ins Rollen: Innerhalb kürzester Zeit folgten Fernsehauftritte und die Debüt-Single „Es brennt wie Feuer“.

Es folgten zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Wobei Olaf Berger auf die „Goldene Stimmgabel“, die ihm Dieter Thomas Heck 1990 als erstem Künstler aus der ehemaligen DDR verlieh, besonders stolz ist. Olaf Berger wurde mit seinen Liedern zum Dauergast im deutschen Fernsehen. Die darauf folgenden Jahre arbeitete der Schlagerstar weiter erfolgreich an seiner Karriere. Zusammen mit seiner Tochter nahm er für Rotary International – einen Rotary Club gibt es auch im Havelland – das Lied „Lend a hand“ auf. Die CD wird weltweit über die Rotary-Clubs vertrieben. Im Frühjahr dieses Jahres erschien das neue Album mit dem Titel „Stationen“.

Zu Gast sind außerdem die „Hornets“. Sie sind zwar die kleinste Rock’n’Roll Band des Landes, machen aber große Stimmung mit ihren rasanten Songs. Mitsingen, schunkeln und vor allen Dingen mittanzen ist angesagt.

Die Gruppe „medlz“ ist eine deutsche A-cappella-Band aus Dresden, die 1999 gegründet wurde. Ihre Musik erinnert an die der Leipziger Band „Die Prinzen“. Alle fünf Bandmitglieder waren vormals im „Philharmonischen Kinderchor Dresden“ aktiv. Bei dem von den Puhdys initiierten Benefizkonzert für die Opfer der Elbe-Flut traten sie neben vielen anderen Bands und Künstlern vor 30 000 Zuschauern auf dem Dresdner Theaterplatz auf. Zur internationalen „A Cappella Competition 2003“ in Graz wurden sie mit Bronze ausgezeichnet.

Im Jahr 2009 erschien ihr Album „Aufgetaucht“. Seit November 2010 ist das neue Album „Unsere Zeit“ auf dem Markt. Zur Gruppe gehören Lydia Haschke, Maria Heinig, Sabine Kaufmann, Silvana Mehnert und Nelly Palmowske.

Schließlich tritt das junge Rathenower Gesangstalent Sabrina Strehse auf. Sie stand bereits auf den Bühnenbrettern des Optikparks und begeisterte mit klarer Stimme und jugendlichem Charme.

Wem das nicht reicht, der kann den Park besuchen oder sich eine Ausstellung im Zellenspeicher ansehen: „Wundersame Welten aus seltenen Erden: Keramikarbeiten von Tina Bach“. Dazu werden die Dauerausstellungen „Alte Stadt Rathenow“ und „Leuchtfeueroptik aus Rathenow“ gezeigt. Zum Leben und Wirken von Edwin Rolf, Erbauer des Brachymedial-Fernrohrs, gibt es ebenfalls eine Ausstellung.

Im Blauen Café sind prämierte Besucherbilder zur Serenade unterm Sternenhimmel 2011 zu sehen. Es gibt Floßfahrten und man kann das Tiergehege besuchen.

Ein Pfingstbesuch im Optikpark lohnt sich.

(Von Joachim Wilisch)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Auf dem Weg zum gemeinsamen Amt

Vorbereitungen zum Zusammenschluss der Ämter Nennhausen und Rhinow laufen weiter

NENNHAUSEN - „Wir werden den Fusionsgedanken weiterführen“, sagte Angelika Thielicke auf einer Sitzung des Nennhausener Amtsausschusses am Dienstagabend. Die Amtsdirektorin erklärte, wie sich die weitere Arbeit gestalten soll. Ohne das Thema direkt anzuschneiden, erteilte sie damit der vor kurzem vom FDP-Ortsverband Rhinow/Friesack erhobenen Forderung eine Absage, die Gespräche zu einer möglichen Fusion vorläufig auf Eis zu legen.

Man werde aber weiter die Möglichkeit prüfen, auch mit anderen Verwaltungen ämterübergreifend zusammen zu arbeiten, räumte Thielicke ein. Gespräche für einen Anschluss des Amtes Nennhausen an die Stadt Rathenow wird es aber nicht geben. Angelika Thielicke erklärte auch, warum: Ein Anschluss an die Stadt sei nur mit einer Eingemeindung möglich.

Die Gemeinden wollen aber ihre kommunale Selbstständigkeit erhalten und das ist nur im Rahmen einer Amtsstruktur möglich. Weil man das in Rhinow mehrheitlich genauso sieht, werden die Gespräche für ein zukunftsträchtiges gemeinsames Amt weitergeführt. Dazu haben sich die beiden Amtsausschüsse bekannt. Zweimal haben die Amtsausschüsse dazu schon gemeinsam beraten und nun ihre Amtsdirektoren beauftragt, ein konzeptionelles Arbeitspapier für eine mögliche Fusion zu erarbeiten. Im Herbst, zur nächsten gemeinsamen Beratung der Amtsausschüsse, soll das Papier vorliegen.

Zum Grobkonzept haben sich Angelika Thielicke und ihr Rhinower Amtskollege Jens Aasmann bereits verständigt. Wesentliche Eckpunkte sind bürgernahe Verwaltungsstrukturen, mittel- und langfristige Einspareffekte, Kita- und Schulplanung sowie kommunale Identität. Diese Eckpunkte müssen sie nun weiter untersetzen. Anfang Juni werden sie sich mit ihren Amtsbrandmeistern und Amtsausschussvorsitzenden treffen, um über eine mögliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Brandschutzes und der Feuerwehren zu sprechen.

In Vorbereitung auf die Herbstberatung wollen sie zudem ein weiteres Gespräch mit dem Landesinnenministerium führen. Das Land habe zwar die Möglichkeit zum freiwilligen Zusammenschluss von Ämtern eröffnet, so Thielicke, aber dafür bisher keine detaillierten Rahmenbedingungen genannt.

(Von Norbert Stein)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


18 Stellen und ein neues Gebäude

WAH übernimmt die technische Betriebsführung in Eigenregie

HAVELLAND - Der Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH) wird künftig die technische Betriebsführung seiner Trink- und Abwasseranlagen selbst übernehmen. Dafür sprach sich die Mehrheit der Verbandsversammlung am Dienstagabend aus. Lediglich die Gemeinde Brieselang stimmte dagegen.

Wie WAH-Vorsteher Thomas Seelbinder betonte, habe dieser Schritt nichts mit der Kündigung des Vertrages mit dem derzeitigen Betriebsführer Sachsen Wasser zu tun (MAZ berichtete). „Das war vielleicht der letzte Anstoß, aber für uns haben andere, wirtschaftliche Gründe den Ausschlag gegeben“, so der Vorsteher. Viele Zweckverbände im Land Brandenburg, unter anderem in Rathenow, hätten bewiesen, dass die Eigenregie rentabler ist.

Vor einigen Wochen hatte der WAH den Betriebsführungsvertrag mit Sachsen Wasser, der eigentlich noch bis 2015 läuft, gekündigt. Zu den genauen Gründen wollen sowohl der Vorsteher also auch der Vorsitzende der Verbandsversammlung nichts sagen: „Weil die Sache vor Gericht gegangen ist und erst im November eine Entscheidung fällt“, so Bernd Lück.

Unabhängig davon hätte sich der Verband schon vorher Gedanken darüber gemacht, wie es mit der technischen Betriebsführung ab 2015 weitergehen soll, sagte Seelbinder. Man beauftragte die Firma Confideon , ein Gutachten darüber zu erstellen. Das liegt seit Februar vor und komme zu dem Ergebnis, dass der WAH in der Lage ist, alle Aufgaben selbst zu übernehmen, ohne dass die Qualität der Leistungen sinkt oder die Gebühren für die Kunden steigen.

Sicher ist, der WAH wird als künftiger Betriebsführer zusätzliches Personal einstellen. 18 Stellen sind geplant. „Wir schließen nicht aus, Fachleute, die jetzt bei Sachsen Wasser angestellt sind, zu übernehmen“, so Seelbinder.

Außerdem wird der Verband rund 400 000 Euro in die Hand nehmen, um auf dem Areal der Kläranlage Roskow ein neues Bürogebäude zu errichten. „Diese Investition wird natürlich über Jahre abgeschrieben, so dass lediglich 8000 Euro jährlich Betriebskosten für das Gebäude zu Buche stehen werden“, sagte Seelbinder. In Roskow solle auch der künftige Leiter der technischen Betriebsführung sitzen. Das sei auf jeden Fall näher am Kunden, denn jetzt sitze der Chef in Leipzig.

Vakant ist der Zeitpunkt der Übernahme der technischen Betriebsführung durch den WAH. Mit Blick auf die anstehende Gerichtsverhandlung – Sachsen Wasser hatte gegen die Kündigung geklagt – formulierte es Thomas Seelbinder so: „Wir übernehmen, sobald der Vertrag mit Sachsen Wasser beendet ist.“

(Von Jens Wegener)

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Ihr seid der größte Klopper

Der Chef der Staatskanzlei, Albrecht Gerber, ehrt den Landkreis Havelland für sein Demografieprojekt

HAVELLAND - Der Landkreis Havelland ist gestern im Schloss Ribbeck für sein Demografieprojekt geehrt worden. Mit der Urkunde, auf der der Chef der Staatskanzlei, Albrecht Gerber, Dank und Anerkennung ausdrückte, darf sich das Projekt nun mit dem Titel „Demografie-Beispiel des Monats“ schmücken – so zeichnet das Land regelmäßig nachahmenswerte Vorhaben aus. Schröder freute sich und versprach auf Nachfrage, das Dokument siebenfach zu kopieren. Selbstredend in Farbe, damit die Verwaltungschefs von Falkensee, Nauen, Rathenow, Friesack, Nennhausen und Rhinow sowie die Geschäftsführung der Havelland-Kliniken sich die Bestätigung ihrer Verdienste um den Kampf gegen den demografischen Wandel gut sichtbar an die Wand hängen können.

Das brandenburgweit einmalige Projekt, zu dem etwa auch der Rufbus in Nauen gehört, befasst sich mit dem Aufbau zukunftstauglicher Strukturen in den Bereichen Mobilität, Wohnen und Gesundheit. Damit würdigt das Land erstmals ein ganzes Strategiepaket. „Ihr seid der größte Klopper bisher“, sagte Albrecht Gerber herzlich zu den Bürgermeistern und Amtsdirektoren. „Wir haben noch nie ein so umfangreiches Projekt ausgewählt.“

Besonders herausragend fand der Chef der Staatskanzlei, dass im Havelland über Kommunalgrenzen hinaus zusammengearbeitet und das Projekt gemeinsam finanziert werde. Außerdem lobte er „die gute Vernetzung und die Breite der Themen, ohne dass es zu viel wird“. Darüber hinaus sei hervorzuheben, dass die Bevölkerung mit den Demografie-Werkstätten frühzeitig in den Projektprozess mit einbezogen worden sei.

Schließlich bat Gerber um Hinweise, wo das Landesrecht gegebenenfalls flexibilisiert werden müsse, um derlei Projekte zu erleichtern. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller forderte sogleich, eine Ausnahmeregelung für den Transport von Personen mit Mobilitätsproblemen zu schaffen. Bislang hingen dort die Hürden hoch, so Müller: Man benötige etwa eine Bus-Konzession und einen IHK-geprüften Fahrer – der Fahrservice in Falkensee sei mithin halb illegal.

(Von Jana Einecke)

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Stadt Rathenow muss weiter in ihre Kitas investieren

Entwicklungsplan sieht Bedarf in Höhe von 3,1 Millionen Euro

RATHENOW - Vorweg die gute Nachricht. Bis zum Jahr 2016 stehen in Rathenow genügend Kita- und Hortplätze zur Verfügung. Davon gehen Berechnungen aus, die für den Kita-Entwicklungsplan gemacht wurden, den die Stadtverordneten im Juni verabschieden sollen.

Insgesamt gibt es in Rathenow vier Horte, elf Kitas, vier Tagespflegestellen und eine Eltern-Kind-Gruppe. Alle vier Horte und sieben der elf Kindertagesstätten werden von der Stadt getragen, die anderen gehören in die Verantwortung freier Träger.

Zurzeit sind in der Kreisstadt 240 Krippen-Plätze belegt. Das entspricht einem Versorgungsgrad von 45 Prozent im vergangenen Jahr. In den Kindergärten standen im vergangenen Jahr 605 Plätze zur Verfügung, die Belegungsquote betrug 83 Prozent.

Zwar wurde in den vergangenen Jahren viel Geld in alle Kindertagesstätten investiert. Dennoch muss in der kommenden Zeit bis 2016 weiter Geld für die sieben Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft vorgehalten werden. Im Plan heißt es dazu nur kurz: „Dazu sind die notwendigen Haushaltsmittel nach Abstimmung zwischen den Sachgebieten Bildung und Kindereinrichtungen sowie Gebäudemanagement und der Kämmerin bereit zu stellen.“

Immerhin 3,1 Millionen Euro werden benötigt, um tatsächlich alle Arbeiten zu erledigen, die im Kita-Entwicklungsplan aufgezeigt werden. Ob diese Zahl am Ende genau stimmt, weiß man in der Stadtverwaltung noch nicht. Die Investitionsbeträge sind geschätzt worden. Aber selbst wenn die Zahlen nicht ganz genau stimmen sollten geht aus dem Plan hervor, dass für die Kita „Jenny Marx“ (980 000 Euro) und die Integrationskita „Olga Benario“ (1,1 Millionen Euro) die höchsten Geldbeträge investiert werden müssen. Bedeutende Summen werden auch für das „Haus der kleinen Strolche“ (450 000 Euro) und die Kita „Neue Schleuse“ (245 000 Euro) benannt. Dazu kommt das Haus der „Kleinen Philosophen“ (315 000 Euro). Dagegen ist der Investitionsbedarf in den Ortsteil-Kitas gering. Für die Kita „Spatzennest“ in Göttlin würden Putzarbeiten an der Fassade und die Sanierung der Gruppenräume 40 000 Euro kosten. In der Semliner Kita „Mittendrin“ wären für die Erneuerung von Außentüren und Fenstern 15 000 Euro fällig.

Dem Kita-Entwicklungsplan ist ein ausführlicher allgemeiner Teil vorangestellt, der deutlich macht, wie sich die Bevölkerungsentwicklung in der Kreisstadt verändert hat und weiter verändern wird. So steht die Alterspyramide inzwischen mit der Spitze nach unten – eine Grafik, die nachdenklich stimmt.

(Von Joachim Wilisch)

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Bürger brunchen am Stadtkanal

Zum fünften Mal lädt die Bürgerstiftung zum gemeinsamen Frühstück unter freiem Himmel

RATHENOW - Der Termin hat sich längst einen festen Platz im Rathenower Jahreskalender erobert. Zum fünften Bürgerbrunch lädt die Bürgerstiftung für den 10. Juni von 10 bis 14 Uhr ein. Nachdem die Veranstaltung bereits im vergangenen Jahr am Alten Hafen stattgefunden hatte, wird man sich auch 2012 dort treffen. Erstens hat sich das Gelände am Stadtkanal als idealer Platz für das Bürgerfrühstück erwiesen, außerdem ist der Märkische Platz weiter wegen der Bauarbeiten an der Berliner Straße gesperrt.

Und der Ablauf ist wieder so, wie man es von einem richtigen Familienpicknick kennt. Jeder bringt selbst mit, was er essen oder trinken möchte. Wem das zu kompliziert wird, der kann sich an einem Buffet bedienen, das extra für solche aufgestellt wird, die nichts dabei haben. An jedem Tisch haben acht Personen Platz. Es sind also Familien, Bürogemeinschaften, Freundeskreise und viele andere Gruppen willkommen. Für einen Tisch mit acht Plätzen muss eine Gruppe 40 Euro bezahlen. Dieser Betrag kommt den Projekten der Bürgerstiftung Rathenow zugute. Wer sich am Buffet bedient, der bezahlt 15 Euro pro Person. Es müssen also möglichst viele Tische besetzt sein, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Der Geldbetrag wird so schnell wie möglich wieder zurückfließen. Die Organisatoren sind auch 2012 für alle Wetterkapriolen gerüstet. Diesmal muss allerdings kein Zelt errichtet werden, weil die Gaststätte „Zum Alten Hafen“ inzwischen wiedereröffnet ist. Falls es also regnet, stellt der Wirt den Saal der Gaststätte zur Verfügung. Ansonsten wird vor der Gaststätte im Freien gebruncht.

Während der Veranstaltung wird die Bürgerstiftung über sich und ihre Arbeit berichten. Außerdem werden einige Zuschüsse übergeben, unter anderem das überzählige Geld aus der Sterntaleraktion von Bürgerstiftung und Märkischer Allgemeiner Zeitung, das diesmal an Vertreter der Rathenower Tafel übergeben wird. Die Tische sind nummeriert und werden in der Reihenfolge der Anmeldungen reserviert. Ab 10 Uhr sind Helfer vor Ort, die alle Gäste bei der Zuweisung der Tische unterstützen. Für musikalische Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt. Die Gruppe „Cotton Music“ mit Thomas Baumgardt und Bernd Wollbrück hat das übernommen.

Gisela Kanitz, die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes hofft auf viele Teilnehmer. „Bisher sind wir in jedem Jahr mehr geworden, so muss es weitergehen. Der Alte Hafen bietet ein schönes Ambiente mit Blick auf die Havel und natürlich die Kirche.“ So hoffen die Organisatoren, dass sich möglichst viele Tischgemeinschaften zusammenfinden.“

Anmeldungen zum Bürgerbrunch werden im Steuerbüro Schwalme unter 0 33 85/54 29 0 entgegen genommen. Per Fax unter 0 33 85/54 29 20. Der Betrag für einen Tisch sollte vorher auf das Konto der Bürgerstiftung bei der Volksbank Rathenow Kontonummer

125 0000, BLZ 16091994 überwiesen werden. Meldeschluss ist der 4. Juni.

(Von Joachim Wilisch)

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Sieben Verletzte

Kleinbus mit Senioren prallte bei Wustermark gegen Baum

WUSTERMARK - Ziel war die Sozialstation Nauen, wie an jedem Wochentag. Aber am Montagvormittag kam der Kleintransporter mit sechs Senioren dort nicht an. Es war kurz vor neun, als das Fahrzeug zwischen Hoppenrade und Wustermark aus einer Rechtskurve getragen wurde und frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Wie die Polizei gestern mitteilte, wurden bei dem Zusammenstoß alle Senioren – 67 bis 86 Jahre alt – sowie die 58-jährige Beifahrerin leicht verletzt. Unangepasste Geschwindigkeit gab Polizeisprecherin Katrin Laurisch als Unfallursache an. Hinterm Steuer saß ein 60-jähriger Berufskraftfahrer.

Drei Rettungswagen und ihre Besatzungen eilten zur Unfallstelle. Auch Feuerwehrleute aus Wustermark, Hoppenrade und Buchow-Karpzow waren vor Ort. Sie halfen den Verletzten, die zum größten Teil Prellungen erlitten haben. Drei Senioren wurden stationär im Nauener Krankenhaus aufgenomen, drei weitere Rentner und die Beifahrerin konnten nach Polizeiangaben die Klinik am Montagabend nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Wegen der Bergungssarbeiten war die Landstraße L 204 zwischen Hoppenrade und Wustrermark für eine halbe Stunde gesperrt.

Der Wagen war in Falkenrehde gestartet und sollte Senioren aus verschiedenen Dörfern, die gehbehindert sind und unter Demenz leiden, zur Tagesbetreuung nach Nauen bringen. „Wir hatten bisher keinen Unfall. Das ist das schwerste Unglück, das uns je getroffen hat“, sagte Markus Janitzky, stellvertretender Geschäftsführer des Gemeinschaftswerkes Soziale Dienste Nauen, zu dem die Sozialstation gehört. Janitzky hatte die verletzten Senioren am Montag im Krankenhaus besucht. „Wir werden uns natürlich auch mit den Angehörigen in Verbindung setzen“, kündigte er an. Janitzky bedauerte den Unfall, es sei schwer zu erklären, wie es dazu gekommen sei, äußerte er. Das Gemeinschaftswerk habe den Fahrdienst vor einiger Zeit in eigene Regie übernommen, gerade um Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. „Wir arbeiten ausschließlich mit erfahrenen Leuten und haben in jedem Auto zusätzlich einen Betreuer“, sagte er. Nach dem Unglück werde man nochmals prüfen, wie die Sicherheit in den Autos verbessert werden kann.

(Von Anke Fiebranz)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam



Vater kämpft um Kontakt zur Tochter

Kritik an Arbeit des Jugendamtes

RATHENOW - Als Mitglied der Interessengemeinschaft „Justizopfer Nauen“ hatte sich ein Vater im März über die Arbeit einer Beschäftigten des Jugendamtes der Kreisverwaltung beschwert (MAZ berichtete). Mit seiner ehemaligen Lebenspartnerin befindet er sich in einer familienrechtlichen Auseinandersetzung, in der es für ihn in erster Linie um Kontakt zu seinen zwei Töchtern geht. Um die Mädchen, 17 und 15 Jahre, zu schützen, möchte er nicht mit vollem Namen in der Zeitung erscheinen. Herr Z. wirft dem Jugendamt unter anderem Untätigkeit, geduldete Kindeswohlgefährdung und diskriminierendes Verhalten ihm gegenüber vor.

Wie von der Pressestelle der Kreisverwaltung zu erfahren war, werden dort keine Auskünfte zu Beschwerden über Mitarbeiter gegeben.

Vor wenigen Tagen hat Herr Z. von der Leiterin des Jugendamtes eine Antwort auf seine Beschwerde erhalten. Wie er dieser Zeitung sagte, ist er damit nicht zufrieden. In dem Streit, der schon viele Jahre dauert, geht es ihm derzeit vor allem darum, Kontakt zu seiner jüngeren Tochter zu erhalten. Er erwartet vom Jugendamt, ihm diesen Kontakt zu ermöglichen. Die grundsätzliche Aussage der Behörde dazu lautet indes, dass das Mädchen keinen Kontakt zu seinem Vater wünscht.

Hier gibt es das Problem, dass Herr Z. und seine ehemalige Partnerin 2007 einen gerichtlichen Vergleich über die Aussetzung einer juristischen Umgangsregelung geschlossen hatten. Er hatte gehofft, außergerichtlich über die Vermittlung des Jugendamtes zu einem regelmäßigen Umgang mit seinen Töchtern zu kommen. Doch ist das nicht gelungen.

Herr Z. akzeptiert nicht, dass das Jugendamt den mutmaßlichen Wunsch seiner jüngeren Tochter über Jahre hinweg einfach hinnimmt, die angeblich keinen Kontakt zu ihm will. Man muss dazu wissen, dass sein Verhältnis zu seiner ehemaligen Frau sehr zerstritten ist. „Wie kann das Jugendamt sagen, meine Tochter braucht keine Hilfe“, beklagt Herr Z., „wenn sie keinen Kontakt zu ihrem Vater will.“ Ihm sei mittlerweile mehr als vier Jahre lang der Kontakt komplett versagt geblieben. Da könne niemand behaupten, er habe einen schlechten Einfluss auf das Kind.

Herr Z. macht sich Sorgen, weil seine ältere Tochter zwei Suizidversuche unternahm, nachdem sie ebenfalls lange Zeit keinen Kontakt zu ihm hatte. Sie lebt seit Kurzem in einer betreuten Wohneinrichtung für junge Leute, sagte er, und habe nun regelmäßig Kontakt mit ihm.

Wie Martin Bulinski, Sprecher der IG „Justizopfer“ sagte, hat sich die Zahl ihrer Mitglieder seit März von 19 auf nun 42 mehr als verdoppelt. Etwa ein Drittel sei weiblich. Viele Mitglieder hätten bislang gedacht, sie seinen Einzelfälle, erklärte Martin Bulinski. Sie fänden es nun wichtig, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

(Von Bernd Geske)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Die Auslastung der MBA Schwanebeck wird sinken

Kreisverwaltung beschäftigt sich mit den Folgen des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes / Biomüllsack und Wertstofftonne

RATHENOW - Nachdem der Bundestag das Kreislaufwirtschaftsgesetz verabschiedet hat, müssen die Vorschriften nun umgesetzt werden. Im Landkreis Havelland bedeutet das konkret, dass die Haushalte zum 1. Januar 2015 mit einem Biomüllsammelsystem ausgestattet werden. Darüberhinaus ist zu erwarten, dass die Haushalte auch eine Wertstofftonne erhalten. Daneben bleibt es bei der grauen Restmülltonne und der Papiertonne. Wann die Wertstofftonne (gelbe Tonne) kommt, ist noch nicht klar. Wie Umweltdezernent Henning Kellner den Mitgliedern des Kreistagsausschusses für Umwelt in der vergangenen Woche vortrug, gebe es noch keinen Entwurf, wie man dieses Sammelsystem rechtlich ausgestalten will. Unklar sei nicht nur, wer Entsorgungsträger wird, sondern auch was genau in der gelben Tonne erfasst wird.

Für die Einführung des Biomüllsammelsystems gibt es ebenfalls noch keine Rechtsgrundlagen. Darum hat der Kreis eine erste Schätzung vorgelegt, wobei der Biomüll in grünen Säcken abgefahren wird. Das würde bedeuten, dass es keine Biomülltonne gibt, wie das in anderen Bundesländern bereits der Fall ist. Lediglich für Wohnblöcke sind Container vorgesehen. Zurzeit setzt die Kreisverwaltung Kosten an, die etwa 995 000 Euro betragen.

Große Sorgen hingegen bereiten Henning Kellner die Folgen, die sich daraus für die Mechanisch - Biologische-Müllverwertungsanlage in Schwanebeck bei Nauen ergeben. Wie er den Mitgliedern des Ausschusses vortrug, würde im schlimmsten Fall nur noch ungefähr ein Drittel der Müllmenge, die bisher in der MBA verarbeitet wird, dort angeliefert. Andere Schätzungen gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel der bisher verarbeiteten Menge in Schwanebeck verbleiben. In den kommenden Monaten müsse darüber nachgedacht werden, ob man die MBA anders nutzt, zum Beispiel als Kompostierungsanlage oder als Anlage zur Herstellung von biogenen Brennstoffen.

Wie sich das alles auf die Kosten und letztendlich auch auf die Müllgebühren auswirkt, vermag Henning Kell-ner noch nicht zu sagen. Dazu müssen erst die entsprechenden Verordnungen erlassen werden. Am 11. Juni soll der Kreistag die Verwaltung beauftragen, zunächst das Biomüllsammelsystem zu konkretisieren.

(Von Joachim Wilisch)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Weltneuheit aus Liepe

Die Tilse Formglas GmbH hat ein Glas entwickelt, das von selbst matt wird, wenn die Sonne zu stark scheint

LIEPE - Es gibt eine Weltneuheit, die aus dem kleinen Ort Liepe im Westhavelland kommt. Der Hersteller ist die Tilse Formglas GmbH, die zusammen mit einem Fraunhofer-Institut ein Glas entwickelt hat, das bei Wärmeeinstrahlung seine Wärmedurchlässigkeit auf eine vorher festgelegte Weise von selbst vermindert. Auf dem „Innovationstag Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie am 14. Juni in Berlin will das Bundesland Brandenburg mit diesem Produkt beim Fachpublikum für Aufmerksamkeit sorgen.

Seit vielen Jahren schon ist die Tilse Formglas GmbH als Spezialist für Schiffsverglasungen, besonders Yachten, bekannt. 90 Prozent seines Umsatzes erzielt das Unternehmen in diesem Nischengebiet. Der Vertrieb des maritimen Bereiches ist traditionell in Hamburg beheimatet. In Liepe, wohin das Unternehmen 1993 kam, ist die Produktion. Alles, was der Kunde aus Glas haben will, wird dort hergestellt. Ebene Gläser oder gebogene Gläser, alles ist möglich.

Wie Winfried Werner, verantwortlich für Technik und Entwicklung bei Tilse Formglas, sagt, kam die Firma durch einen Kundenwunsch zu ihrer Neuentwicklung. Es sei um die Idee gegangen, Gläser zu entwickeln, die bei Wärmeeinwirkung von einem Zustand in einen anderen schalten – also ihre Wärmedurchlässigkeit ändern. Es gehe hier vor allen Dingen um den Bereich der Wintergärten, hat Winfried Werner erklärt. Scheine die Sonne stark, müsse beim Gebäudemanagement viel Geld für Kühlung ausgegeben werden, wenn in der Fassade viel Glas verarbeitet wurde und der Einsatz von Jalousien unerwünscht oder unmöglich sei.

Mit ihrem schaltbaren Glas sind die Entwickler dann sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Sie haben in das Material Thermogeneratoren eingebracht, die ohne Stromversorgung funktionieren. Basierend auf dem Peltier-Effekt, entsteht bei einem Temperaturunterschied ein Strom, ohne dass eine Spannung angelegt werden muss. Die Sensoren, die das Glas steuern, liefern also von ganz alleine ihre Signale.

Die aufs Glas treffende Sonnenstrahlung steuert also den Sonnenschutz und liefert auch die Energie für die Sensoren. Ein solches Funktionsmuster wird Tilse Formglas auf dem Innovationstag vorstellen. „Dieses Sonderprodukt hat das Potenzial dafür“, sagt Winfried Werner, „dass die Bauverglasung zu einem zweiten Standbein für unser Unternehmen werden kann.“ Bislang trage der Bereich nur etwa zehn Prozent zum Umsatz bei, doch gebe es schon interessante Anfragen.

Parallel zur beschriebenen Entwicklung hat Tilse Formglas noch ein weiteres Feld erschlossen. Statt der Sensoren, die Wärme- oder Lichtdurchlässigkeit steuern, können ins Glas auch Elemente eingebracht werden, die kleinste Risse frühzeitig melden. Die Prüfung geschieht durch Schallwellen. Genutzt wird der Piezo-Effekt, bei dem durch Druck eine Spannung entsteht.

Die größten Glasplatten, die Tilse Formglas bislang verarbeitet hat, waren drei mal vier Meter groß – eben oder auch gebogen. Am schwersten war bisher eine zwei mal drei Meter große Scheibe für eine Yacht, 50 Millimeter dick, die stattliche 800 Kilogramm wog. „Alles, was der Kunde in Glas haben will“, sagt Winfried Werner ein wenig stolz, „das stellen wir her.“

(Von Bernd Geske)

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Schreckgespenst Pferdesteuer

Havelländischen Tierwirten graut es vor der Einführung einer Zwangsabgabe

HAVELLAND - Für Detlef Schwolow waren die gestrigen Schlagzeilen über eine mögliche Pferdesteuer nicht neu. Dem Dallgower Pferdewirt und Reiterhofbetreiber raubt das Thema seit einem halben Jahr die Nerven. So lange werde im Hintergrund schon debattiert, sagt er. Seine Meinung ist klar: Wenn diese Steuer kommt, bricht ein Wirtschaftszweig zusammen. „Für die Pensionsbetriebe wäre das eine Katastrophe. Ich kenne keinen, der sich das leisten kann, die müssten dicht machen“, sagt er.

Schwolow erzählt von den Ponyshows, die dann keine Existenzgrundlage mehr hätten; von zahlreichen Höfen in der Umgebung, die in den vergangenen Jahren immer wieder in die Versteigerung gingen, weil sie schon ohne Pferdesteuer kaum wirtschaftlich zu betreiben sind; von kleineren Unternehmen, die schon wegen der starken Anhebung der Berufsgenossenschaftsbeiträge vor einem halben Jahr ihr Geschäft aufgegeben haben und von Menschen, die all ihr Geld zusammenlegen, um sich zu dritt oder zu viert ein Pferd leisten zu können. „Auch die könnten sich eine zusätzliche Steuer nicht leisten“, sagt Schwolow.

Ähnliche Stimmen sind auch von anderen Reiterhöfen zu hören. Silvana Gottschalk vom Reit- und Fahrverein Brieselang fasst die Stimmung zusammen: „Wir machen uns Sorgen.“

Die Idee einer Steuer auf Pferde wird derzeit vor allem in Nordrhein-Westfalen und Hessen diskutiert. Auch der Städte- und Gemeindebund hat sich jetzt für eine Pferdesteuer ausgesprochen. In der Arbeitsgemeinschaft der Havelländischen Kommunen sei das Thema noch nicht diskutiert worden, sagt deren Sprecher Detlef Fleischmann. Der Nauener Bürgermeister will so etwas für seine Stadt aber auch nicht ausschließen – wenn es denn irgendwann möglich ist.

Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme ist sogar fordernder. Er selbst hat schon mehrere Vorstöße in diese Richtung beim Städte- und Gemeindebund gewagt, in der Schönwalder Gemeindevertretung wurde das Thema auch diskutiert. „Ich sehe aber nicht, dass mit dem Geld zerstörte Wege wieder in Ordnung gebracht werden. Die Pferdesteuer wäre in meinen Augen eine reine Besitzstandssteuer, ähnlich wie die Hundesteuer“, sagt Oehme. Damit würden die Einnahmen einfach in den Haushalt gehen.

Damit eine solche Steuer tatsächlich erhoben werden kann, müsste eine Kommune im Land Brandenburg den Anfang machen. Sie müsste eine Satzung erarbeiten und beschließen und diese dem Innenministerium zur Prüfung und Genehmigung einreichen. „Vorher können wir auch nicht sagen, ob ein solches Ansinnen eine Chance hat oder nicht“, sagt Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt. Weil bisher noch keine Kommune so weit gegangen ist – der Aufwand ist ziemlich groß und die Erfolgsaussichten kaum abzuschätzen – habe man sich im Ministerium noch keine Meinung bilden können. Pferdewirten wie Detlef Schwolow stehen also noch eine längere Zeit des Bangens bevor.

(Von Oliver Fischer)

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Spurt unter der Steinbogenbrücke

Die Tour de Berlin machte kurz Station in Premnitz / Sprecher kann sein Lob kaum in Worte fassen

PREMNITZ - Bei der Suche nach Superlativen fehlen dem Moderator die Worte. „Ihr Premnitzer seid einfach so irrsinnig supertoll energiegeladen, das macht mich ganz wahnsinnig.“ Die Angesprochenen nahmen es gelassen, wie Brandenburger solche Lobeshymnen nun einmal nehmen. Rund 150 Radsportbegeisterte aus dem Westhavelland hatten sich gestern eingefunden, um zur Mittagszeit die Sprintwertung auf der fünften Etappe der Tour de Berlin zu verfolgen. Horst Schwenzer, aktiver Radsportler aus Rathenow, fehlt nie, wenn die Tour de Berlin Premnitz durchkreist. Und er legt immer einen eigenen Sprint hin, bevor die Teilnehmer ankommen. Dafür bekam Schwenzer auch Applaus von Roy Wallenta. Der Bürgermeister der Stadt Premnitz ließ sich erklären, dass die Tour de Berlin „eine der saubersten Radsportveranstaltungen der Welt ist“. Das sagte jedenfalls der Moderator und verdeutlichte, dass die Doping-Sünder im Radrennsport „nur so ein paar schwarze Schafe sind“.

Ob die Premnitzer das tatsächlich geglaubt haben, sei dahingestellt. Der Kreissportbund hatte wieder sein Spielmobil geparkt, die Polizei sorgte dafür, dass die Strecke gesperrt wurde. Fast genau um 12 Uhr erreichten die Radsportler die Steinbogenbrücke das erste Mal. Nach einer Runde durch das Industriegebiet, kamen sie knapp zehn Minuten später wieder durch. Der Moderator lobte das Tempo („das sind hier keine Kaffeefahrer“) und plauderte mit Roy Wallenta über den Etappenspurt des kommenden Jahres. Im Jahr 2015 könne man ja zur Bundesgartenschau dann einmal eine Etappenankunft in Premnitz organisieren, kündigte der Sprecher an.

Der Spielmannszug des TSV Chemie Premnitz unterhielt die Gäste und schon sausten die Mitarbeiter der Tour wieder davon. Bürgermeister Roy Wallenta und der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Mike Stampehl machten gestern deutlich, dass die Etappendurchfahrt in Premnitz nur mit Hilfe von Sponsoren möglich sei. „Ohne sie ginge es nicht und da sind wir dankbar“, sagte Stampehl.

Da waren die Radfahrer schon längst wieder hinter Pritzerbe.

(Von Joachim Wilisch)

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Eine schrecklich nette Familie

Marion Brasch liest am 7. Juni in Rathenow

RATHENOW - Marion Brasch wird Hörern des RBB-Programms Radio Eins bekannt sein. Montags bis freitags ist sie abends von 19 bis 21 Uhr im Wechsel mit Frauke Oppenberg live aus dem Admiralspalast zu hören. In der kurzweiligen Sendung geht es um Musik, Filme, Theater und Literatur, um Partys und Events, um Hochkultur, Popkultur und Subkultur. Marion Brasch hat mit ihrer angenehmen Stimme und ihrem unaufgeregt-entspannten Moderationsstil viele Freunde gewonnen.

Nun hat die 51-jährige Berlinerin das getan, was viele Journalisten in der Mitte ihrer Karriere tun: Sie hat ein Buch geschrieben. „Ab jetzt ist Ruhe“, heißt es. Der Untertitel lautet: „Roman meiner fabelhaften Familie.“

Wer das Buch gelesen hat, dem wird die Ironie dieses Untertitels nicht entgangen sein. Denn was soll fabelhaft sein an einer Familie, in der drei Söhne (die Brüder Marion Braschs) viel zu früh sterben, in der die Mutter Zeit ihres Lebens kein Glück findet und in der der Vater keinen geringen Anteil hat an all diesen bedauernswerten Ereignissen?

Dabei fängt alles so schön, so harmonisch an: Im Londoner Exil lernt Horst Brasch seine Frau Gerda kennen, eine gebürtige Wienerin. Die große Liebe. Doch schnell wird diese Liebe auf die Probe gestellt. Brasch will zurück nach Deutschland, nach Ostdeutschland, und dort mithelfen beim Aufbau einer neuen Gesellschaft. Für seine Frau ist dies unvorstellbar: „Ich komme aus Wien. Ich bin Jüdin. Ich geh nicht nach Deutschland“. Sie geht dann doch. Und bereut diesen Schritt bis zu ihrem Lebensende. Die Enge des Landes, die Tristesse der Städte, die Glanz- und Glamourlosigkeit des Lebensstils machen der lebensfrohen Weltbürgerin schwer zu schaffen.

Der Vater arbeitet sich derweil in der Parteihierarchie schnell nach oben und macht Karriere als Kulturfunktionär. Seine drei Söhne indes kann er mit seiner kühl-autoritären, keinen Widerspruch duldenden Art nicht überzeugen. Sie rebellieren – jeder auf seine Weise. Der Älteste, Thomas Brasch, unterzeichnet 1976 die Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann, stellt einen Ausreiseantrag und geht gemeinsam mit seiner damaligen Freundin Katharina Thalbach und deren Tochter Anna Thalbach nach West-Berlin, wo er Karriere macht. Auch die anderen beiden, der Schriftsteller Peter Brasch sowie der Schauspieler Klaus Brasch, sagen sich von ihrem Vater los. Leicht weggesteckt – so jedenfalls suggeriert es der Text – hat diesen „Vatermord“ keiner der drei. Sie alle töten Schmerz und Wut mit Alkohol und Drogen ab, sie alle sterben jung an den Folgen dieses Lebensstils.

Marion Brasch erzählt diese wuchtige Geschichte aus lakonischer Distanz. Sie ist angepasster als ihre Brüder, nicht so rebellisch, tritt auf Wunsch des Vaters sogar in die SED ein. Verliebt sich, trennt sich, macht diesen Job und jenen, und erst, als sie Ende der 80er Jahre beim damaligen Kultradiosender DT 64 anheuert, bekommt ihr Leben eine Kontur.

Angenehm zurückhaltend ist der Ton, in dem Marion Brasch all dies schildert. Mit unaufgeregtem Blick betrachtet sie die Aufregung um sich herum, entspannt, lässig, souverän. Genau so, wie man sie aus ihren Radiomoderationen kennt.

Marion Brasch stellt ihr Buch „Ab jetzt ist Ruhe“ am Donnerstag, dem 7. Juni um 19.30 Uhr in der Rathenower Buchhandlung Tieke, vor. Kartenbestellung unter 0 33 85/51 02 32.

(Von Markus Kniebeler)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Volle Hütte

Rund 3000 Puhdys-Fans erlebten die Altrocker auf der Friesacker Freilichtbühne

FRIESACK - Der Einsatz gefiel sogar der Polizei: „Zu so etwas geht man gern“, gestand Hauptkommissar Siegfried Simon auf dem Friesacker Festplatz. Der Polizist aus Rathenow musste während des Puhdys-Konzertes am Sonnabend die Sicherheit der knapp 3000 Besucher gewährleisten. Allerdings legte Simon kurze Zeit später ein Geständnis ab: „Ich mag die Musik nicht sooo. AC/DC, das wär was.“

Das sah Matthias Woldt ganz anders. Der 49-Jährige war extra aus Landsberg bei Halle knapp 200 Kilometer gefahren, um seine Leib- und Magenband zu hören. Auch aus Marienborn war eine Gruppe reiferer Frauen und Männer angereist, um sich am Bühnenrand wie Teenager zu benehmen und dabei die erstaunt-kritischen Blicke der wenigen realen Teenager auf sich zu ziehen.

Routiniert spulten die fünf Puhdys ihr Programm ab, zu dem altbekannte Titel gehörten wie „Geh zu ihr“ und „Alt wie ein Baum“ sowie einige neue Lieder, die auf der im Herbst erscheinenden CD sein werden. Sie machten keine große Show, sie wirkten durch Präsenz. Allerdings wurde die Musik aus den Lautsprechern übertönt vom Kreischen alternder Groupies, die jede Textzeile auswendig kannten und jeden Song mitsangen.

Eines dürfte Tobias Wollenberg mit dem Auftritt der alternden Ost-Rocker gelungen sein: Friesack und das Fliederfest wieder etwas in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Der Ort habe so viel Historisches zu bieten: „Aber die Leute machen nichts draus“, ging er mit seinen Mitbewohnern ins Gericht. Aber jetzt könne die Stadt zumindest sagen: „Es wird was gemacht.“

Rund 1700 Karten seien im Vorverkauf bestellt worden. Anrufe seien aus Hamburg und aus Mecklenburg-Vorpommern gekommen, sagte Wollenberg. Die Stadt habe das Fest rund 41 000 Euro gekostet. Im Vorfeld musste noch einmal neu kalkuliert werden, denn die Techniker der Puhdys waren mit der zuvor von der Stadt Friesack geplanten Bühne nicht einverstanden. Daraufhin brachten die Puhdys ihre eigene Bühne mit, was zusätzliche Kosten verursachte. Doch die Friesacker Stadtverordnetenversammlung haben zugestimmt.

Alles in allem scheint das Konzept des Fliederfestes aufgegangen zu sein, wenn man erfahrenen Volksfestbesuchern wie Matthias Woldt glaubt: „ Die Leute geben sich noch Mühe, die Preise sind in Ordnung, die Atmosphäre familiär.“ Er lobte die Organisation, vor allem dass genügend Parkplätze ausgewiesen waren.

Der Etziner Steffen Horn ist mit seinen 35 Jahren eine andere Generation als die Puhdys. Ihn habe sein Schwiegervater angesteckt, erzählte er. Der sei mit der Musik der Ost-Boygroup groß geworden, habe selbst Musik gemacht und kenne Peter Meyer, den Keyborder der Band. Der war einst, bevor er Berufsmusiker wurde, Lehrer. Er unterrichtete Musik in Etzin und Falkensee und spielte auch im Falkenseer Hansa-Café. Die Kontakte der Band ins Havelland sind also historisch verbürgt und gewachsen.

(Von Werner Schmidt)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam



Auf der Suche nach der Erinnerung

Von einem Schweizer, der in Rathenow aufwuchs und nach 67 Jahren in die Stadt seiner Kindheit zurückkehrte

RATHENOW - Wenn man neben Hans Schwarz die Treppe hinaufläuft, dann schämt man sich ein bisschen. Seinen 83. Geburtstag feiert der Mann in wenigen Wochen, und doch nimmt er die Stufen so mühelos, dass man als untrainierter Mittvierziger alt aussieht dagegen. Er sei sein Leben lang gern im Gebirge gewandert, sagt Schwarz, wie zur Entschuldigung. Und auch als Kind und Jugendlicher habe er sich viel bewegt. Freiwillig und unfreiwillig. So etwas präge einen fürs Leben.

Die Kindheit und Jugend verbrachte Schwarz in Rathenow. Von 1937 bis zum Dezember 1944 lebte er in der Forststraße 41. Als Deutschland am Ende des Krieges alles mobilisierte, um die Niederlage abzuwenden, wurde auch der damals 16-Jährige ins Gefecht geworfen. Mit einer Truppe von Gleichaltrigen ging es Richtung Schwerin – die Russen aufhalten. Doch so chaotisch war die Lage im Frühjahr 1945, dass sich Schwarz und drei Freunde absetzten und in einem Gewaltmarsch zu Fuß bis zur Elbe durchschlugen. Das meint Schwarz wohl, wenn er von unfreiwilliger Bewegung spricht.

Dass Schwarz, dessen Vater ein Urschweizer war, im Havelland aufwuchs, hat mit der Armut zu tun, die Ende des 19. Jahrhunderts im Emmental herrschte. In der Hoffnung auf ein Leben ohne Hunger und Not verließen zwischen 1850 und 1914 rund 400 000 Schweizer ihre Heimat. Viele zog es in die Vereinigten Staaten, Karl Schwarz und zwei Brüder verschlug es ins Brandenburgische. „In Deutschland gab es viel Milch, aber zu wenig Fachleute, die sich mit der Verarbeitung auskannten. Da hat mein Vater seine Chance gesehen“, so Hans Schwarz.

Der Mut wurde belohnt. In Satzkorn bei Potsdam fand der Vater eine Anstellung in einem landwirtschaftlichen Betrieb und arbeitete sich zum Leiter der Milchproduktion hoch. Später folgte dann der Umzug ins Havelland. Die Liebe war schuld: Karl Schwarz hatte ein Rathenower Mädchen kennen gelernt.

Wenn man Hans Schwarz, der jüngst nach 67 Jahren zum ersten Mal wieder in Rathenow war, beim Erinnern zuhört, dann gewinnt eine Stadt Kontur, die es längst nicht mehr gibt. Das Elternhaus in der Forststraße wurde abgerissen. Ebenso verschwunden sind das Kaufhaus Conitzer, das Apollo-Filmtheater, und das Café Rheingold, wo, wie Schwarz sich erinnert, „immer Tanz und Remmidemmi war“. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche, in der Schwarz konfirmiert wurde, steht aber noch. Ebenso die Zietenkasernen, das Amtsgericht und einige andere Gebäude. Sie alle hat Hans Schwarz aufgesucht, hat sie fotografiert und hat so versucht, Ordnung in seine Erinnerungen zu bringen, die ihm nach fast 70 Jahren kreuz und quer durch den Kopf geistern. Eines aber hat er noch genau vor Augen. Die Feste, die gefeiert wurden, wenn sich der Vater einmal im Jahr mit seinen Brüdern traf. „Das waren auch im Exil glühende Schweizer“, erinnert sich Schwarz. „Es war immer dasselbe. Es wurde gejodelt, getrunken, und am Ende wurde geweint.“

Ebenfalls nicht verblasst sind die Erinnerungen an die Lehre bei der Emil Busch AG, die Schwarz 1943 begann und wegen des Krieges nach zwei Jahren abbrechen musste. Sogar an die Namen von Kollegen und Lehrmeistern kann es sich noch erinnern.

Diese Lehre war für seinen beruflichen Werdegang in der Schweiz bestimmend, in die Hans Schwarz 1946 zurückkehrte. Als in einer großen Kugellagerfirma die Stelle eines Kontrolleurs frei wurde, bewarb sich Schwarz – auch wenn er von dem Metier keine Ahnung hatte. Beim Probearbeiten fiel ihm auf, dass die Mikroskope, mit denen das Material geprüft wurde, nach jahrelangem Gebrauch trübe und unscharf waren. Schwarz nahm eines mit nach Hause, baute es auseinander, reinigte die Linsen, setzte alles wieder zusammen und hatte, als er den Vorgesetzten das Ergebnis am nächsten Tag präsentierte, gewonnen. Bis zu seiner Pensionierung 1994 war er in dem Betrieb als Meister tätig.

„Das habe ich der Ausbildung in Rathenow zu verdanken“, sagt Schwarz. „In der Emil Busch AG, da hat man wirklich was gelernt.“

Hans Schwarz, der in Zürich lebt, würde gerne Kontakt aufnehmen zu Menschen, mit denen er in seiner Rathenower Zeit bekannt war. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich in der MAZ-Lokalredaktion melden ( 0 33 85/52 98 0) Wir stellen dann den Kontakt her.

(Von Markus Kniebeler)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Festplatz oder Radparcours?

Für den ehemaligen Reitplatz am Körgraben gibt es mehrere Nutzungsvarianten

RATHENOW - Nicht selten ist Dreck wegzuräumen, wenn Brachen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Im Falle des Reitplatzes ist es umgekehrt. Sand und Lehm müssten herangeschafft werden, um eine so genannte Dirt-Bahn zu errichten. Dabei handelt es sich um einen Parcours mit Erhebungen und Sprungschanzen, den Jugendliche mit Spezialrädern durchfahren und dabei waghalsige Manöver und Sprünge absolvieren.

Martin Skowronek, Rathenower Streetworker, hat die Stadtverwaltung im Auftrag der Jugendlichen gefragt, ob diese bereit wäre, das Gelände zur Verfügung zu stellen. Es gehe erst einmal um eine grundsätzliche Klärung, so Skowronek gestern im MAZ-Gespräch. Wenn Jugendliche das Gelände nutzen dürften, werde über die konkrete Umsetzung beraten. Ziel sei es, möglichst viele junge Leute in das Projekt einzubinden, so Skowronek. Man wolle sich keine Bahn von irgendeiner Firma dahinsetzen lassen, sondern möglichst viel in Eigenarbeit erledigen. „Die Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen hat gezeigt, dass diese für Bauvorhaben, in welche sie eigene Arbeit investieren, eher Verantwortung übernehmen und diese nicht so schnell verkommen lassen“, so Skowronek. Natürlich würden auch bei hoher Eigenleistung noch Kosten anfallen – vor allem für das Baumaterial. Aber da könne über Förderprogramme und Sponsoren einiges erreicht werden.

In der letzten Sitzung des Rathenower Bauausschusses wurden die Abgeordneten über die Idee der Jugendlichen informiert. Gleichzeitig stellte Jörg Kasprzyk, stellvertretender Bauamtsleiter, dem Ausschuss eine zweite Nutzungsvariante vor. Das Areal, so Kasprzyk, eigne sich auch als Veranstaltungsgelände, auf dem beispielsweise Schaustellern Platz für ihr Geschäft eingeräumt werden könne. Auch zur Durchführung anderer Veranstaltungen – Konzerte, Zirkusvorführungen, Feste – eigne sich das zentral gelegene Gelände hervorragend.

Eine Entscheidung über die künftige Nutzung, das machte Kasprzyk gestern auf MAZ-Anfrage deutlich, sei noch nicht gefallen. Man habe die Mitglieder des Bauausschusses gebeten, über die genannten Nutzungsvarianten (und mögliche Alternativen) in den Fraktionen zu beraten. In der nächsten Sitzung des Bauausschusses Anfang Juni werde man über die Angelegenheit dann nochmals beraten.

(Von Markus Kniebeler)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Wilmsstraße in Dallgow bald dicht

Eisenbahnbrücke wegen Sanierung bis zu sechs Wochen lang voll gesperrt

DALLGOW-DÖBERITZ - Den Autofahrern der Region steht ein Sommer voller Umleitungen bevor. Schönwalde stöhnt schon über die Unannehmlichkeiten, die der Ausbau der Ortsdurchfahrt bringt. In Nauen ist wegen der Arbeiten am dritten Kreisel die halbe Innenstadt lahmgelegt, auf der B 5 werden sich demnächst vor und hinter Lietzow lange Staus bilden – und jetzt sind auch die Dallgower dran.

Wie Bauamtsleiterin Sabine Kern im Bauausschuss mitteilte, muss die Eisenbahnbrücke in der Wilmsstraße für die nötigen Sanierungsarbeiten komplett gesperrt werden. Damit ist die zentrale Dallgower Achse von Finkenkrug zur B 5 unterbrochen – und das wahrscheinlich über die gesamten Sommerferien. Die Sperrung ist vom 21. Juni bis zum 3. August beantragt worden. „Natürlich hoffen alle, dass es schneller geht“, sagt Sabine Kern. Aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Der Dallgower Umleitungsverkehr wird wohl vor allem über die Eisenbahnbrücke Rohrbeck fahren. Auch durch die lange 30er-Zone in Dallgow-Dorf werden sich Autokaravanen schieben.

Beschlossen wurde die Vollsperrung in einer großen Runde im Dallgower Bauamt, bei der Vertreter aller beteiligten Unternehmen zugegen waren, von Havelbus über die Bahn bis zu den Behörden des Landkreises. In Dallgow hatte man bis dahin noch gehofft, die Vollsperrung auf ein Minimum begrenzen zu können. Das Ergebnis der Beratung war aber: Es gibt keine andere Möglichkeit.

Dass die Brücke gemacht werden muss, stand schon länger fest. Ein Widerlager ist kaputt, Experten hatten das Bauwerk im vorigen Jahr mehrfach geprüft und legten der Gemeinde anschließend nahe, es so schnell wie möglich zu reparieren. Geplant und gebaut worden war die Überführung zwar vor etwas mehr als zehn Jahren von der Bahn. Die Gemeinde musste die Brücke anschließend komplett übernehmen. Deshalb trägt sie jetzt auch die alleinigen Reparaturkosten. In den Haushalt sind dafür 283 000Euro eingestellt.

Die Busse werden während der Zeit der Sperrung ihre Linienführung anpassen. Der 653b fährt über die Wilmsstraße und die Schillerstraße zurück nach Falkensee. Die Linie 653a fährt über die Rohrbecker Brücke.

(Von Oliver Fischer)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam



Ran an die Kartoffeln

Mit einem großen Fest wurde auf dem Kolonistenhof an den berühmten Pflanzbefehl Friedrich II. erinnert

GROSSDERSCHAU - Auf dem Kolonistenhof in Großderschau wurde am Sonntag ein Kartoffelfest gefeiert. Gewidmet war das vom Heimatverein Großderschau organisierte Fest dem 300. Geburtstag Friedrich II. Der Alte Fritz – wie der König auch genannt wurde – ließ zu Lebzeiten Kolonisten in das Rhinluch und Dossebruch holen, nach dem er das Land hatte trocken legen lassen. Ackerbau und Viehzucht, Handwerk und die Kunst des Buttermachens wurden in dem vorher unzugänglichen Feuchtgebiet zum Alltag. Wie sich ihr Tagesablauf zutrug, zeigten Mitglieder des Heimatvereins mit einer gestalteten Kolonistenmodenschau auf der Bühne den zahlreich erschienenen Besuchern. Der Alte Fritz schlenderte derweil über den Kolonistenhof, schaute sich alte Ackergeräte an und erkundigte sich bei Sattler Wilfried Exlebe wie es denn so um das Handwerk bestellt sei in der heutigen „technisierten und neumodischen Zeit“. Zuvor hatte der König seinen Etatminister von Derschau zu sich zitiert und ihn beauftragt, dafür Sorge zu tragen, dass sein Kartoffelbefehl verkündet wird. Der Etatminister folgte der Anordnung. Er schritt mit Amtmann Clausius zum Kolonistenhofacker und ließ diesen dem Volk die an alle Landräte und Beamte gerichteten königlichen Order vom 24. März 1756 verkünden. „Es ist Uns in höchster Person in Unsern anderen Provinzen die Anpflanzung, der sogenannten Tatoffeln, als ein sehr nützliches und so wohl für den Menschen, als Vieh aus sehr vielfache Art dienliches Erd Gewächse, ernstlich anbefohlen . . .“, verlas mit erhobener Stimme der Amtmann (Bärbel Marschner).

Um 1720 haben Pfälzer die ersten Kartoffeln nach Preußen gebracht, erklärte der Etatminister (Wolfgang Kepke) dem am Ackerrand stehenden „gemeinen Gesindel“ und wollte wissen, ob es sich denn mit dem Anbau von Kartoffeln auskenne. Den Beweis dafür blieb es nicht schuldig. Jörg Thiele setzte mit dem Spaten Löcher in den Kolonistenacker, in denen Sarina Schmidt (9 Jahre) die Pflanz-kartoffeln legte. „Mögen sie wachsen und reiche Ernte bringen“, wünschte der Amtmann.

Die Leute vom Kolonistenhof haben insgesamt 31 verschiedene Sorten Kartoffeln gepflanzt, die meisten allerdings schon vor dem Fest, damit sie genügend Zeit zum keinem, wachsen und reifen haben. Am Sonntag wurden „Rote Bamberger“ gepflanzt.

Auch die Mädchen und Jungen aus der Kita „Dossespatzen“ widmeten ihre Lieder, Gedichte und Tänze den Kartoffeln, vorgetragen auf der Bühne auf der die Kyritzer Blasmusikanten und die Havelländer Jagdhornbläser das Kartoffelfest eröffnet hatten. Bauern- und Handwerkermarkt, Trachtenvorführungen und weitere Aktionen sorgten für ein gelungenes Kartoffelfest am Internationalen Museumstag.

Im Heimathaus eröffnete Lutz Giebel seine Ausstellung „Flusslandschaften Dosse und Havel“.

(Von Norbert Stein)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Pervez Mody führte seine Zuhörer auf Schloss Ribbeck in die Welt von Alexander Skrjabin

RIBBECK - Ein indischer Pianist spielt im märkischen Havelland Werke des russischen Komponisten. Das ergab ein sprühendes, harmonisches Konzert, zu dem das Schloss Ribbeck Sonntag geladen hatte. Für Pervez Mody, vielerorts als Skrjabin-Experte gewürdigt, war der Auftritt in Ribbeck doch etwas Besonderes. „Für viele von Ihnen war das der erste Skrjabin-Abend“, sagte er zu den Zuhörern, „für mich auch.“

Ein Konzert ausschließlich mit Werken von Alexander Skrjabin (1871-1915): diese Möglichkeit hatte sich dem vielfach ausgezeichneten Pianisten bisher noch nicht eröffnet. „Das ist ein sehr spezielles Angebot“, begründete Friedrich Höricke vom Schloss Ribbeck die Idee hinter diesem Konzert, die ausdrücklich kein Häppchenprogramm fördern will. „So erhält der Zuhörer die Chance, sich in das Werk eines Komponisten hineinzuhören.“

Langeweile kam dabei am Sonntag nicht auf. Pervez Mody hatte ein aussagekräftiges, einnehmendes und vielseitiges Programm ausgewählt. Der aus einer musikbegeisterten Familie im indischen Bombay stammende Pianist hatte am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium studiert. Seitdem ließ ihn die Musik Skrjabins nicht mehr los, gerade spielt er dessen gesamtes Klavierwerks ein, die ersten beiden CD liegen vor.

Den Ribbecker Zuhörern bot sich ein Kosmos russischer Klaviermusik zwischen Romantik und Moderne. Sie gab Mody Gelegenheit, sein großes spielerisches Können unter Beweis zu stellen und die harmonischen Kühnheiten des Komponisten brillant zu meistern. Mit delikatem Anschlag nahm er die Zuhörer mit in die romantische Epoche Skrjabins, mit auf den Punkt gebrachter Kraft, aber ohne jede aufgesetzte Gewalt verlieh er der Verzweiflung, dem Kämpferischen und der Atemlosigkeit in den Werken des Komponisten Gestalt.

Das war ein großartiges Konzerterlebnis für die gut fünfzig Zuhörer im Saal. Der Bösendorfer Flügel klang so gar nicht nach Wiener Gemütlichkeit, sondern ließ Skrjabins Musik flirren und triumphieren.

Das nächste Konzert der Ribbecker Meisterkonzerte am 9. September: Max-Brod-Trio mit Beethoven

(Von Marlies Schnaibel)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


„Die letzte Schule in der Rangfolge“

Kerstin Bachmann, Rektorin der Oberschule Falkensee, machte im Bildungsausschuss auf bedenkliche Tendenzen aufmerksam

FALKENSEE - Die Oberschule Falkensee wird im nächsten Schuljahr mit vier Klassen 7 an den Start gehen, womit die 102 Plätze auslastet sind. Doch nur 49 Kinder hatten die Oberschule als Erstwunsch angegeben. Dabei ist das Gebäude absolut vorzeigbar, frisch saniert, Top-Fachräume und auch die Außenanlagen machen jetzt etwas her. Die Schulsozialarbeit funktioniert, die Berufsvorbereitung ebenfalls. Das Kollegium macht seine Sache gut und Fluktuation ist – sieht man einmal von einer Kollegin ab, die nicht auf ewig zwischen Cottbus und Falkensee pendeln will – ein Fremdwort.

Dass so wenige von vornherein auf die Oberschule setzen, ist ein strukturelles Problem. Darauf machte Rektorin Kerstin Bachmann jüngst den Bildungsausschuss mit Nachdruck aufmerksam, der in ihrem Hause tagte. „Die Oberschule ist nach Gymnasium und Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe die letzte Schule in der Rangfolge“, sagte sie. Sie weiß von lernbehinderten Schülern, deren Eltern die Kant-Gesamtschule für sie auswählten – nicht die Oberschule. Warum? Weil man bei „Kant“ Abitur machen kann, lautete die Antwort. „Da läuft was grundsätzlich schief“, konstatiert die Rektorin, obwohl sie versteht, dass jeder, der ein Kind in die Welt setzt, davon träumt, dass es einmal studiert. Doch nicht jeder hat das Zeug dazu.

„Das Problem, das uns zunehmend zu schaffen macht, ist die Ballung an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf“, sagt Kerstin Bachmann, auch wenn der künftig nicht mehr von Amts wegen festgestellt werden soll. Denn Brandenburg, das sich auf den Weg zur inklusiven Bildung begeben hat, setzt auf den gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten und hat die Förderschulen für Lernbehinderte und Verhaltensauffällige zum Auslaufmodell erklärt. Die meisten dieser Kinder kommen nach der Grundschulzeit auf die Oberschule.

Doch dort arbeiten zurzeit nur anderthalb Sonderpädagogen, um es mit dem Stundenbudget auszudrücken. „Viel zu wenig“, sagt die Rektorin. Ihr Vorstoß, die Kollegen sonderpädagogisch weiterzubilden, wurde vom Ministerium abgewiesen: Erst sind die Grundschullehrer dran. Doch an der Falkenseer Oberschule sind die Schüler, für die die spezifische Hilfe gebraucht wird, längst da.

Also versucht man, sich selbst zu helfen: Aus dem Lehrerstundenpool für den Ganztagsunterricht bedient man sich, um in Klasse 7 durchgängig den Deutschunterricht im Tandem, also durch zwei Lehrer, abzusichern. „Denn wer nicht lesen kann, kommt in keinem Fach weiter“, sagt Kerstin Bachmann. Besonders besorgt sie allerdings der Mangel an natürlichen Kompetenzen: Immer weniger Kinder zeigen Leistungsbereitschaft und Pünktlichkeit. Der erste Hauptsatz, den sie in Klasse 7 vermitteln muss: Der Chef im Raum ist der Lehrer!

(Von Hiltrud Müller)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam




Die Premnitzer feierten am Samstag ihr Havelpromenadenfest

PREMNITZ - Die Gastgeber hatten sich mit der Havelpromenade einen ebenso schönen und wie würdigen Festplatz auserkoren. Und das war gut so. Hier, wo Ausflugsschiffe und Wasserwanderer anlegen, Premnitzer spazieren und ihre Blicke über die Havel auf grüne Wiesen schweifen lassen, wird auch 2015 zur Bundesgartenschau im Havelland gefeiert.

Das Havelpromenadenfest zum Stadtrechtjubiläum war dafür eine gelungene Generalprobe. Unter dem Motto „Eine Stadt voller Energie“, wird Premnitz in drei Jahren die Buga-Besucher empfangen. „Wir werden gute Gastgeber sein“, versicherte Bürgermeister Roy Wallenta, der mit einer Abordnung der Partnerstadt Niederkassel zum Promenadenfest gekommen war.

Dass die Stadt schon heute voller kultureller und musikalischer Energie steckt, wurde am Samstag auf Bühnen und in Pavillons entlang der Promenade eindrucksvoll bewiesen. „Es läuft gut und wir sammeln viele Anregungen für die Buga“, sagte Mike Stampehl. Der Leiter der Wirtschafts- und Tourismusförderung in der Stadtverwaltung moderierte das Promenadenfestprogramm, das am Vormittag musikalisch vom Landespolizeiorchester eröffnet worden war. Außerdem spielten der Premnitzer Spielmannszug und das Blasorchester der Stadt. Kulturgruppen, wie die Fledermäuse und die Linedancer aus der Dachsberggrundschule, traten auf. Die Brandenburger Heinz Morio und Norbert Marx zogen als Straßenmusikanten über die Festwiese, die trotz kühler Witterung gut besucht war.

Bis auf den letzten Platz besetzt waren die Bänke in einem Pavillon, in dem Bilder und Filme aus Premnitz von einst und heute gezeigt wurden. Dafür gesorgt hatten Peter Klinkow und Jürgen Mai. Viel Arbeit sei damit verbunden gewesen, war von Jürgen Mai zu erfahren. Aber bei einem so großen Interesse seien die Mühen vergessen, plauderte der Premnitzer Kulturmann vor dem Vorführpavillon.

Die Märkische Singegemeinschaft war dabei, sang Volkslieder. Unter der Leitung von Maximilan Hönicke war es der letzte Auftritt des Chores in Premnitz. Aus gesundheitlichen Gründen hat sich der Chorleiter entschieden, den Dirigentenstab aus den Händen zu legen. Der Auftritt der Märkischen Singegemeinschaft beim Chortreffen am kommenden Wochenende im Rathenower Optikpark wird sein letzter sein. Roy Wallenta dankte Maximilian Hönicke für sein zwölfjähriges erfolgreiches Wirken an der Spitze der Singegemeinschaft und bat ihn, sich ins Ehrenbuch der Stadt Premnitz einzutragen.

Zuvor hatte Wallenta gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Buga-Zweckverbandes, Erhard Skupch, Sportler in über 30 Kanus begrüßt, die auf ihrer diesjährigen Buga-Tour „Von Dom zu Dom“ von Brandenburg nach Havelberg einen Zwischenstopp in Premnitz einlegten. 30 Kilometer waren sie da schon gepaddelt, da kam ihnen eine Pause gerade recht. Die Möglichkeit, das Fest für einen Ausflug auf dem Wasser zu nutzen, wurde von Besuchern ergriffen. Die Decks der Boote, die zu Rundfahrten ablegten, waren gut gefüllt.

(Von Norbert Stein)

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Vom Adjutanten zum König

Nennhausener feierten am Wochenende ihr 22. Schützenfest

NENNHAUSEN - Vom Adjutanten zum König. Solche Ge-schichten kennt man normalerweise nur aus Märchen. Im wahren Leben kann eine solche Geschichte aber auch ein reges Vereinsleben schreiben, wie am Wochenende beim diesjährigen Schützenfest in Nennhausen. Torsten Jeschke ist der Glückliche. Der 28- Jährige ist neuer Schützenkönig der Schützengilde Nennhausen und Umgegend e.V.

Als neuer Schützenkönig darf er nun die Schützenkette für ein Jahr tragen, die ihm Vereinspräsident Werner Huxdorf am Samstagabend auf dem Schützenball überreichte. Torsten Jeschke ist zwar erst seit zwei Jahren Mitglied der Schützengilde, aber die Königsehre hat er sich redlich verdient. Über 20 Vereinsmitglieder beteiligten sich am diesjährigen Königsschießen, das bereits vor dem Schützenfest ausgetragen wurde. Fünf Schützen qualifizierten sich für das Finale, bei dem auf den Rumpf eines Königsadlers geschossen wurde. Der zielsicherste Finalist war Torsten Jeschke. Mit seiner offiziellen Verkündung und Proklamation am Samstagabend wurde er Nachfolger von Maximilian Huxdorf, dem Schützenkönig des Jahres 2011. Und dessen Adjutant war eben Torsten Jeschke. Seine Aufgabe als Beigeordneter des Schützenkönigs erfüllte pflichtbewusst, auch am letzten Tag.

Als Frank Flader, Kommandeur der Nennhausener Schützengilde, am Samstagvormittag auf dem Schützenplatz seine Vereinsmitglieder und die zum Fest gekommenen sechs Gastvereine aufforderte, sich zum traditionellen Schützenumzug zu formie-ren, saß Adjutant Jeschke in der Küche seines Königs und schmierte Schmalzstullen. Die Schmalzstullen wurden bei einem Umtrunk gereicht, zu dem Maximilian Huxdorf Umzugsteilnehmer eingeladen hatte. Es war gewissermaßen sein offizielle Ausstandslage als Schützenkönig.

Angeführt von flotter Musik der Rathenower Optis beeilten sich die Umzugsteilnehmer, zum königlichen Haus in der Buckower Straße zu kommen. Adjutant Torsten Jeschke konnte sodann sehen, was durstige und hungrige Schützen in kurzer Zeit alles vertilgen können. Im nächsten Jahr ist er an der Reihe, zum Umtrunk einzuladen. Jan Liebrecht hat dafür noch einige Jahre Zeit. Er wurde am Samstag zum Nennhausener Jugendschützenkönig 2012 gekürt.

Nach dem Umzug ging es auf dem Schützenplatz mit Sektschießen, Korkenschießen, Bürgerkönigsschießen und anderen Wettbewerben weiter. Die Fliedertänzer aus Friesack sorgten mit Musik und Tanz für Unterhaltung. Unters feiernde Volk hatten sich auch 20 Schützen aus Stelle gemischt. Die Steller Schützengilde half 1991, den Nennhausener Schützenverein zu gründen. Seither kommen sie jedes Jahr zum Schützenfest. Hajo Henschel, Eh-renpräsident der Steller Schützengilde, hat alle 22 Schützenfeste in Nennhausen mitgemacht. „Aus unserer anfänglichen Partnerschaft ist Freundschaft geworden“, sagte er am Samstag. Gekommen war er mit weiteren Steller Schützen bereits am Freitag. So konnten sie auch schon den Auftakt des 22. Nennhausener Schützenfestes mit Kommers, Grillabend und Lichtershow mitfeiern.

Als man sich nach einem langen Königsball gestern auf dem Schützenplatz zum Katerführstück traf, hieß für die Steller wieder einmal Abschied nehmen. Doch der Trennungsschmerz wurde gelindert durch das Versprechen, zum Schützenfest 2013 wiederzukommen.

(Von Norbert Stein)

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Besuch aus dem Seinetal

Am Sonntag wird in Premnitz eine Reisegruppe aus der Normandie erwartet

PREMNITZ - Wolfgang Hundt, Präsident der DFG, hat sich nicht lumpen lassen. Zusammen mit Vereinsfreunden hat er für die Gäste aus der Normandie ein Programm zusammengestellt, das sich sehen lassen kann. Eine ganze Woche ist die Gruppe zu Gast im Havelland. Wer danach immer noch keine Ahnung davon hat, wie es im Brandenburgischen zugeht, dem ist nicht zu helfen. Es stehen Besuche in Rathenow, Ribbeck und Rheinsberg auf dem Programm, die Landeshauptstadt Potsdam wird besichtigt, es wird eine Havelschifffahrt geben, ein Konzertbesuch ist geplant sowie diverse Treffen mit Menschen aus dem Havelland. „Unsere Gäste sollen Leute und Landschaft kennen lernen, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen“, sagt Wolfgang Hundt.

Dass die deutsch-französische Partnerschaft zwischen Premnitz und der Region „Caux Vallée de Seine“ (das ist das Seinetal zwischen Rouen und Le Havre) nicht eine von jenen Städtepartnerschaften ist, die nur auf dem Papier existieren, dafür gibt es unzählige Beweise. Mehrfach schon haben Künstler in der jeweiligen Partnerregion ausgestellt, man hat sich zu Stadtfesten besucht, regelmäßig nehmen Premnitzer Sportler am Halbmarathon in Bolbec teil, seit neuestem gibt es Kontakte zwischen den beiden Feuerwehren. Ganz zu schweigen von den vielen privaten Besuchen, die in den vergangenen 15 Jahren stattgefunden haben. „Da sind richtige Freundschaften entstanden“, sagt Wolfgang Hundt. Er selbst zum Beispiel habe in Michel Leroux, dem Präsidenten des französischen Partnerschaftsvereins, einen guten Freund gewonnen.

Für ihn, wie für viele andere Westhavelländer, sei die Verbindung zu den Menschen eines anderen Landes und einer anderen Region ausgesprochen bereichernd, sagt Wolfgang Hundt. Zu sehen, wie die Franzosen leben, wie sie ihren Arbeitsalltag organisieren und ihre Freizeit gestalten, was sie essen und trinken, das sei sehr spannend. Und eines habe er längst gelernt, so Hundt. An der Redewendung „Leben wie Gott in Frankreich“ sei wirklich etwas dran. „Unsere Freunde setzen sich nicht hin und essen was – nein, sie genießen.“ Er habe vor Jahren in Bolbec mal ein Gespräch übersetzen müssen, in dem über Wein gefachsimpelt wurde, erinnert sich Hundt. Nach einer halben Stunde habe er sich gefragt, was es denn noch zu sagen gebe. Aber es sei einfach immer weitergegangen.

 (Von Markus Kniebeler)

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Rückkehr ins Westhavelland

Hans-Dieter Kübler, einst Pfarrer in Rathenow, bewirbt sich um die Stelle in Premnitz

PREMNITZ - Sein Haar ist grau geworden und er hat ein paar Pfund zugenommen. Hans-Dieter Kübler (56 Jahre), der von 1989 bis 1999 Pfarrer in der Sankt-Marien-Andreas- Gemeinde Rathenow war, ist auf dem Weg, ins Westhavelland zurück zu kehren. Er hat sich um die Pfarrstelle in Premnitz beworben, die nach dem Weggang von Michael Frohnert frei wurde und vom Konsistorialamt ausgeschrieben worden ist.

Am Mittwochabend hat er sich im Gemeindehaus „Arche“ rund 50 Premnitzern vorgestellt. Am Sonntag, dem 13. Mai, hält er um 14 Uhr einen Vorstellungsgottesdienst. Wenn dann der Gemeindekirchenrat Premnitz innerhalb von 14 Tagen nicht widerspricht, wird die Pfarrstelle vom Konsistorialamt an Hans-Dieter Kübler vergeben. Am 1. August würde er anfangen.

Es wurde am Gemeindeabend ziemlich schnell klar, dass sein Leben nicht ganz so eindimensional verlaufen ist, wie man es sich bei einem Pfarrer gemeinhin wohl vorstellt. Er habe eine ökumenische Familie, teilte er gleich zu Beginn mit, seine Frau sei katholisch und seine drei Kinder seien evangelisch getauft. Das sei seine zweite Familie, fügte Hans-Dieter Kübler dann hinzu. Seine erste Familie wohne in Rathenow. Aus erster Ehe hat er zwei Töchter und zwei Söhne, 32 bis 27 Jahre alt, und in zweiter Ehe hat er zwei Töchter und einen Sohn, zwölf bis vier Jahre jung. Die ersten zwei Enkelkinder sind auch schon auf die Welt gekommen.

Laut Verfahren war es vorgeschrieben, dass Hans-Dieter Kübler am Mittwochabend eine „gemeindepädagogische Veranstaltung“ abhalten sollte. Nach wenigen Worten über sich selbst widmete er seine 45-minütige Ansprache dem 4. Gebot: Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren . . . „Wie macht man das?“, stellte er in den Raum und gab dann Antworten, wählte Gleichnisse, erzählte Erlebnisse und resümierte: Glück erfülle sich nur dann, wenn man die Wirklichkeit achte, aus der man komme. Wenn man sagen könne: Danke für das Vergangene.

Der wichtigste Grund, warum sich Hans-Dieter Kübler um die Pfarrstelle in Premnitz beworben hat, ist, dass seine Frau in Premnitz aufgewachsen ist. Sie habe Verwandte und Bekannte in Premnitz. Aus seiner Zeit als Pfarrer in Rathenow, so sagte er gestern dieser Zeitung, kenne er selbst die Stadt und ihre Gemeinde natürlich auch. Mit dem damaligen Pfarrer Jörg-Egbert Vogel habe er regelmäßig zu tun gehabt und zum Beispiel Taizé-Fahrten organisiert. Nicht zuletzt, weil er bereits 13 Jahre Pfarrer in Glöwen (Prignitz) war, schien es angeraten, sich nach einer neuen Gemeinde umzusehen. Die Kirche strebt an, dass ihre Pfarrer nach zehn Jahren in eine neue Gemeinde wechseln. Mit Rücksicht auf das noch laufende Bewerbungsverfahren wollte Hans-Dieter Kübler gestern noch keine Fragen dazu beantworten, welche Schwerpunkte er in Premnitz setzen würde.

Ein Höhepunkt seines Lebens steht ihm in Premnitz aber schon bald bevor. Einen Tag vor seinem Vorstellungsgottesdienst am Sonntag heiratet am Sonnabend nämlich sein ältester Sohn Michael, und zwar in der katholischen Kirche der Stadt. Vater Hans-Dieter ist dafür auserwählt, die Trauansprache zu halten.

(Von Bernd Geske)

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Naturlehrpfad für die Buga nicht fit

Möglichkeiten in Kleßen bleiben begrenzt

KLESSEN - Wegweiser müssen ausgebessert werden und Bänke brauchen dringend einen Farbanstrich. Es gibt einiges zu machen entlang des drei Kilometer langen Naturlehrpfades im Kleßener Gutspark. Der vor 215 Jahren angelegte 38 Hektar große Park bietet Erholung pur unter alten Bäumen wie Winterlinden, Ahorn, Kastanien, Buchen und Eichen. Ein Weg durch den Park wurde 1992 mit ABM-Hilfe und Unterstützung von Forstleuten als Naturlehrpfad hergerichtet.

Doch das Geschaffene wurde nicht von allen geachtet. Einiges wurde zerstört. Dank der Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde mit sechs Zivildienstleistenden konnte der Naturlehrpfad 1999 neu hergerichtet werden. 20 Tafeln, auf denen über die Naturvielfalt im Park informiert wird, und ein Amphibienteich konnten erneuert werden. Sie sind auch heute noch recht ordentlich. Dennoch gibt es einiges zu tun. Doch die Zeiten haben sich verändert. Zivildienst und ABM gibt es nicht mehr. Auch die Forst kann nicht mehr helfen. Mit der Forstreform, die zum Anfang diesen Jahres wirksam wurde, arbeiten in der für Kleßen zuständigen Oberförsterei Brieselang nur noch drei von ehemals zehn Forstarbeitern. Diese haben vor allem im berlinnahen Raum zu tun.

Nach Kleßen werde kaum noch jemand kommen, sieht die aktuelle Situation Revierförster Michael Austen. Er ist auch Ortsvorsteher von Kleßen und Gemeindevertreter. Abfinden will er sich mit der Situation aber nicht. „Wir müssen am Naturlehrpfad etwas machen“, sagte er auf der jüngsten Gemeindevertretsitzung. Schon heute ist Kleßen mit Schloss, Spielzeugmuseum und Kirche ein gut besuchtes Dorf. Zur Bundesgartenschau 2015 im Havelland werden noch mehr Gäste kommen und sicher auch einen Spaziergang durch den Gutspark unternehmen.

Es wäre schlimm, wenn die Besucher auf einem Naturlehrpfad spazieren müssten, der nicht in Ordnung ist, meint der Ortsvorsteher. So etwas würde sich schnell herumsprechen und keine Besucher in den Park locken. Die Gemeindevertretung von Kleßen-Görne sieht das Problem nicht anders, hat allerdings kaum Geld für Reparaturarbeiten. Aussichtslos ist die Situation aber nicht. Amtsdi-rektor Jens Aasmann hofft, dass man mit Hilfe einer „Arbeit für Brandenburg“-Förderung etwas machen kann. Die Kommunale Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Ländchen Rhinow (Abeg) hat aus dem Förderprogramm eine zeitweilige Arbeitskraft für Tourismusaufgaben bewilligt bekommen. Tourismus und Naturlehrpfad passen zusammen für den Amtsdirektor. Nun kann eine Arbeitskraft allein keine Bäume versetzen. Aber Bänke streichen und Reparaturarbeiten ausführen allemal. Für das Material muss die Gemeinde aufkommen.

(Von Norbert Stein)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam




Die Engel von der Anlaufstelle

Eine Kommunal-Kombi-Maßnahme ist in Premnitz zum festen Baustein der sozialen Betreuung geworden

PREMNITZ - Vor einem Jahr gab es eine Zeit, da wuchsen Antonia Seeger (73 Jahre) aus Premnitz die Probleme über den Kopf. Sie war operiert worden und hatte Schmerzen, ihr Mann war an Alzheimer erkrankt und sie hatte einen Vertrag unterzeichnet, denn sie besser nicht abgeschlossen hätte. Sie wusste nicht mehr weiter, da kam sie in Kontakt mit Heidi Schneider von der Sozialen Anlaufstelle. „Ich hatte das Gefühl, der Himmel tut sich auf“, hat Antonia Seeger sich gestern erinnert. „Frau Schneider ist ein Engel. Wir sind so glücklich, dass wir sie haben.“

Dora Winkler (85 Jahre) wohnte im April 2011 noch im dritten Stock. Sie kann schlecht laufen und nicht mehr gut sehen. „Frau Schmidt war mir eine große Hilfe“, hat sie berichtet. Sie sei mit ihr rein ehrenamtlich einmal die Woche mit dem Rollstuhl durch die Stadt gefahren: „Das hat mir gut getan, weil ich sonst gar nicht rausgekommen bin.“ Frau Schneider von der Sozialen Anlaufstelle habe ihr eine neue Wohnung im Erdgeschoss besorgt und beim Umzug vieles geregelt. Sie sei ihr sehr dankbar.

Heidi Schneider und Ilse Schmidt sind über das Kommunal-Kombi-Programm in der Sozialen Anlaufstelle von Premnitz tätig. Kommunal Kombi wird zum großen Teil aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Anteile geben das Land, der Kreis und die Stadt. Die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz (AFP) ist Träger der Maßnahme. Organisatorisch verantwortlich ist das Jobcenter des Landkreises.

Im Dezember 2009 wurde die Anlaufstelle eröffnet. Heidi Schneider ist von Anfang an dabei. Ilse Schmidt half zunächst ehrenamtlich und ist Mitte März eingestellt worden. „Zu uns kommen hauptsächlich Rentner“, berichtet Heidi Schneider. Sie helfe oft beim Ausfüllen von Anträgen. Es gehe um Grundsicherung, Schwerbehindertenausweise, Blindengeld, eine Pflegestufe oder Erstanträge auf Arbeitslosengeld 2. Sie hat schon Betreuungen angeregt, wenn sie merkte, dass Menschen ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können, sagt Heidi Schneider. In der Anlaufstelle wird Bürgern bei der Auswahl eines Pflegedienstes geholfen oder Unterstützung bei der Suche nach einer Haushaltshilfe gegeben. Die Frauen hören zu, wenn jemand über Probleme reden will. Sie halten persönlich oder per Telefon Kontakt, um zu erfahren, ob es Bürgern, die mal bei ihnen waren, auch weiter gut geht. Sie haben mittlerweile sechs Ehrenamtliche geworben, die sich um Menschen in ihrer Nachbarschaft kümmern.

Marieta Michaelis, die bei der AFP für alle 35 Kommunal-Kombi-Projekte zuständig ist, hat mitgeteilt, dass diese alle gegen Ende des Jahres auslaufen, weil sie auf drei Jahre befristet sind. „Die Maßnahme für die Soziale Anlaufstelle endet am 14. Dezember 2012“, sagt sie, „und wir wissen nicht, ob es weitergeführt wird.“ Es wäre schön, findet sie, wenn die Stadt eine solche Stelle schaffen würde.

Cornelia Kremp, Teamleiterin Integrationsleistungen im Jobcenter, bestätigt, dass alle Kommunal-Kombi-Maßnahmen im Laufe des Jahres auslaufen. Kommunal Kombi, das sei schon bekannt, werde es nicht mehr geben. „Wir wünschen“, spricht sie für das Jobcenter, „dass solche Förderung wieder aufgelegt wird.“

Peter Jakwert (55 Jahre) aus Premnitz lobt die Soziale Anlaufstelle in höchsten Tönen. „Frau Schneider ist eine absolut kompetente Frau“, sagt er. Sie habe ihm zu seiner vollsten Zufriedenheit bei den verschiedenen Angelegenheiten mit Behörden geholfen. Er hat einen dauerhaften Körperschaden und ist Frührentner. Ein Schwerbehindertenausweis ist beantragt worden. Er habe schon an den Bürgermeister geschrieben, sagt Peter Jakwert, und diesen gebeten, Frau Schneider zu halten. „Sie ist bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs, um die Interessen der Leute zu vertreten“, sagt er. Sie habe sich das Vertrauen der Betroffenen verdient und es wäre gar nicht gut, diese Stelle einfach zu streichen.

(Von Bernd Geske)

Quelle : Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam


Spritziges Vergnügen

Brieselanger Ausschussmitglieder finden Idee für Wasserski-Anlage gut, verlangen aber Betreiberkonzept

BRIESELANG/ZEESTOW - Für die meisten Bauvorhaben ist ein hoher Grundwasserstand eher hinderlich. Nicht so für eine Wasserski-Anlage, machte Jörg Bach am Dienstagabend in Brieselang deutlich. Der Landschaftsarchitekt aus Berlin stellte den Entwicklungsausschussmitgliedern die Pläne für einen künstlichen See im Ortsteil Zeestow vor. Der soll aus dem reichlich vorhandenen Grundwasser gespeist werden und die Basis für das spritzige Freizeitvergnügen werden. Der See von maximal 50 000 Quadratmetern mit Wasserski-Anlage und ein Mehrzweckgebäude könnten im Gewerbegebiet nahe der Autobahn, unweit der Pappelallee auf einer Fläche entstehen, die seit Jahren brach liegt. Um mit ihrem Projekt weiterzukommen, brauchen Jörg Bach und sein Geschäftspartner Matthias Konradt, der am Dienstag nicht dabei war, zunächst einmal das Wohlwollen der Ortspolitiker.

Wasserski an speziell angelegten Seilbahnen sei eine Boomsportart, so Bach. In Brieselang setze man auch auf Berliner Besucher. Jährlich würden bundesweit zwei bis drei neue Anlagen eröffnet, wusste er. Man habe sich einige angeschaut, zum Beispiel die in Großbeeren (Teltow-Fläming): „Dort gibt es Warteschlangen.“ Das zeigt laut Bach den großen Bedarf. Eine Studie, die dies konkret belegt, haben die Investoren nicht erstellen lassen, räumte er auf Nachfragen ein. Obgleich das Thema Wasserski-Anlage erst zu sehr später Sitzungsstunde aufgerufen wurde, zeigten sich die Ausschussmitglieder hellwach und interessiert.

Mit all seinen Facetten ist Wasserski ein Saisongeschäft von April bis Oktober. Aus der Erde, die für den See ausgehoben werden muss, könnte ein kleiner Rodelhügel für den Winter entstehen, stellte Bach in Aussicht. Wälle gegen Lärm entlang der Autobahn wie auch hin zu den Wohnhäusern – die nächsten stehen 300 Meter entfernt – lehnte der Planer am Dienstagabend nicht ab. Den Pegel der Anlage hielt Jörg Bach für kein großes Problem. Emissionen von 53 Dezibel entsprächen der Gesprächslautstärke und würden von anderen Geräuschen überdeckt. Geld fürs Projekt werde laut Bach über Eigenkapital und ein Teil über Finanzierung fließen. „Da kommen locker anderthalb Millionen Euro zusammen“, konkretisierte er.

„Eine schöne Idee“, fand der sachkundige Bürger Wolfgang Fourmont (FDP) nach der Vorstellung. Er wies aber darauf hin, dass ein großer Teil des avisierten Geländes als Ausgleichsfläche ausgewiesen ist. Dass es planerisch nicht einfach wird, betonte auch Brieselangs Baufachbereichsleiter Uwe Gramsch: Ein fünfstelliger Betrag müsse für einen Bebauungsplan und den zu ändernden Flächennutzungsplan kalkuliert werden.

Das Projekt wird grundsätzlich befürwortet – so lautete die Empfehlung des Ausschusses bei fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Ein Freibrief ist dies jedoch nicht. „Wir wollen, dass das, was dort passiert, funktioniert“, sagte Lutz Kriebel (BFB). Da nicht nur er manche Aussagen zu vage fand, wird von den Planern ein Betreiberkonzept erwartet. Sie sollen auch genauer benennen, wie sich das Projekt wasserrechtlich und auf den Autoverkehr im Ort auswirkt.

(Von Anke Fiebranz)

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Hoffen auf besseres Wetter

Das Freibad im Premnitzer Fit-Point eröffnet am 12. Mai die neue Saison

PREMNITZ - Traditionell wird Mitte Mai für das Freibad im Premnitzer Fit-Point die Saison eröffnet. Am Sonnabend, dem 12. Mai, geht um 10 Uhr dort das Tor zum ersten Mal wieder auf. Erwachsene werden mit einem Glas Sekt begrüßt, für Kinder gibt es kleine Überraschungen. Beendet wird die Saison Mitte September. Das Datum steht noch nicht fest. Es hängt vom Wetter ab.

Der Premnitzer Fachbereichsleiter Mike Stampehl, der auch für das Fit-Point zuständig ist, erinnerte daran, dass während der Saison 2011 das Wetter lange Zeit sehr schlecht war. Deshalb seien nur 23 300 Besucher im Bad gezählt worden. Nun hoffe man auf besseres Wetter, um wenigstens eine Zahl von 30 000 Gästen zu erreichen. Genau heute vor 20 Jahren ist die große 80-Meter-Rutsche im Bad eingeweiht worden. Im Rahmen der heutzutage nur gering vorhandenen Mittel sind für die neue Saison auch ein paar Dinge neu angeschafft worden. Von der AFP wurden 14 Strandkörbe vom Typ „Havelkieker“ und drei Pavillons mit geflochtenen Dächern gekauft. Angeschafft wurden auch zwei Trampolins und 18 Liegekissen.

Vorgesehen sind zwei Schwimmkurse mit jeweils 15 Trainingseinheiten. Der erste Kurs ist vom 4. Juni bis 13. Juli geplant und der zweite findet vom 30. Juli bis zum 31. August statt. Übungstage sind Montag, Mittwoch und Freitag, Beginn ist immer um 16 Uhr. Eingeplant sind auch zwei Durchgänge Schwimmferienspiele. Sie sind vorgesehen für die Woche vom 9. bis 14. Juli und vom 30. Juli bis 3. August. Die Kinder werden täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr betreut.

 (Von Bernd Geske)

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Premnitzer Kirche wird saniert

Infrastrukturministerium hat nach langer Zeit die beantragten Fördermittel bewilligt

PREMNITZ - Für seinen Abschiedsgottesdienst hatte sich Michael Frohnert eine besondere Überraschung aufgehoben. Zehn Jahre war er Pfarrer in Premnitz, trat Anfang Mai seine neue Pfarrstelle in Schönefeld an und teilte der Premnitzer Gemeinde zum Abschied mit: Die Sanierung der Kirche könne nun endlich erfolgen, der Bewilligungsbescheid für die beim Infrastrukturministerium des Landes beantragten Fördermittel sei wenige Tage zuvor eingetroffen.

Die Bausumme für die Sanierung der Kirche an der Ecke Bergstraße/Alte Hauptstraße liegt bei 140 000 Euro. Gemacht werden muss der Dachstuhl am Ostgiebel und das gesamte Dach ist neu zu decken. Dachentwässerung und Blitzschutz sind den heutigen Erfordernissen anzupassen. Das Sockelmauerwerk ist 40 Zentimeter tief in die Erde zu sanieren.

„Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir Fördermittel bekommen haben“, sagte Michael Frohnert dieser Zeitung. Ohne die staatliche Förderung hätte nicht gebaut werden können. Für 75 Prozent der Bausumme werde es Fördermittel geben. So werde es gelingen, das Baudenkmal für die Gemeinde und eine breite Öffentlichkeit zu erhalten. Die fehlenden 25 Prozent werden durch Gelder des Kirchenkreises Nauen-Rathenow, Eigenmittel der Kirchengemeinde und Spenden beglichen. Pfarrer Michael Frohnert hat voller Freude darüber berichtet, dass durch eine extra aufgelegte Spendensammlung für die Kirchensanierung fast 15 000 Euro zusammengekommen sind.

Im Januar 2010 hatte die Spendenaktion begonnen. Sie war später aber wieder eingestellt worden, weil die beantragten Fördernmittel einfach nicht bewilligt wurden. Eigentlich hatte die Gemeinde damit gerechnet, den Bau noch bis zum Jahresende 2010 zu erledigen. Daraus ist nichts geworden.

Jetzt aber sieht alles gut aus. Im Ministerium hatte man den Premnitzer Antrag im Dezember auf den Punkt „Erhalt des Kulturerbes“ der Richtlinie für integrierte ländliche Entwicklung (Ile) umgelenkt – was die Befürwortung schließlich ermöglichte. Noch in diesem Sommer soll in Premnitz Baubeginn sein.

(Von Bernd Geske)

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